Chemie

Neuausrich­tung und Nach­frageanstieg beflügeln Umsatz und Ergebnis

Die erhöhte Nachfrage schlug sich im Bereich Chemie in einem um 29.8 % auf CHF 95.1 Mio. gestiegenen Umsatz nieder. Das EBIT konnte auf CHF 15.3 Mio. mehr als verdreifacht werden und die EBIT-Marge erreichte mit 16.1 % einen Höchstwert.

Strategie

Der Geschäftsbereich Chemie ist primär in der Silikatchemie tätig und gehört in diesem Markt weltweit zu den drei führenden Anbietern. Die umfassende Produktpalette beinhaltet erstens Standardmolekularsiebe, die in industriellen Anlagen gasförmige Substanzen trocknen und Verunreinigungen entfernen; zweitens Molekularsiebpulver und Spezialzeolithe, die Feuchtigkeit und Gerüche in Kunststoffen binden, und drittens hochwertige Molekularsiebe, die beispielsweise zur Aufkonzentration von medizinischem Sauerstoff (Medox) verwendet werden. Zudem stellt Zeochem Chromatographiegele für pharmazeutische Trennverfahren und deuterierte Produkte her, die in der Analytik, in der Pharmazeutik und als Komponenten zur Herstellung von OLED-Bildschirmen verwendet werden.

Die Produkte werden an den vier Standorten in den USA (hochwertige Molekularsiebe), China (Standardmolekularsiebe), Bosnien-Herzegowina (Molekularsiebpulver, Chromatographiegele, Spezialzeolithe) und in der Schweiz (deuterierte Produkte) hergestellt und weltweit vertrieben.

Der Bereich Chemie fokussiert strategiekonform auf hochwertige Produkte und wird seine Marktposition weiter ausbauen. Dazu wird gezielt in die Erweiterung der Kapazitäten investiert. Neben organischem Wachstum sind in Zukunft auch Akquisitionen zum Ausbau des Geschäftsbereiches möglich.

Marktumfeld

Der Bereich Chemie ist in einem frühzyklischen Markt tätig. Mit dem Auslaufen der Restriktionen zur Bekämpfung der Coronapandemie zog die Wirtschaft relativ schnell an und damit auch die Nachfrage nach Produkten des Bereichs. Während die Lithium-Produkte zur Aufkonzentration von Sauerstoff bereits während der Coronapandemie stark gefragt waren, entwickelte sich 2021 auch die Nachfrage bei den übrigen Produktsegmenten sehr erfreulich. Einzig die Energieindustrie zeigte sich im ersten Halbjahr noch zurückhaltend. Mit dem starken Anstieg der Energiepreise nahmen in der zweiten Jahreshälfte auch die Lieferungen von Molekularsieben an die Öl-, Gas- und Ethanolindustrie zu.

Im Produktsegment der deuterierten Verbindungen konnten die Forschungslabore, die während der Coronapandemie geschlossen waren, wieder beliefert werden und neue Produktionsanlagen für OLED-Displays gingen in Betrieb.

Geschäftsentwicklung

Der Wirtschaftsaufschwung erfasste alle Produktsegmente des Bereichs Chemie. Allen voran registrierten die Lithium-basierten Medox-Produkte einen hohen Auftragseingang. Die Produktionskapazitäten für dieses hochwertige Produktsegment werden deshalb in den USA erweitert. Die Nachfrage nach Molekularsiebpulvern nahm ebenfalls stark zu. Sie werden in modernen Isolierglasfenstern mit Mehrfachverglasungen direkt in den Kunststoff verarbeitet, der als Abstandhalter zwischen den Scheiben dient und das Beschlagen der Gläser verhindert. Der Bereich investiert dazu in Bosnien-Herzegowina in eine zusätzliche Kalzinieranlage. Da die Nachfrage nach deuterierten Produkten für die OLED-Herstellung ebenfalls weiter anzieht, wird der Bereich in Rüti eine weitere Produktionsanlage errichten. Die neuen Anlagen werden im Lauf des Jahres 2022 in Betrieb genommen.

Insgesamt steigerte der Bereich Chemie den Umsatz 2021 um 29.8 % auf CHF 95.1 Mio. Wechselkursbereinigt betrug das Plus 31.9 %. Die Auslastung der Anlagen war an allen Standorten gut und die Auftragseingänge erfreulich. Die benötigten Rohstoffe waren in der Regel ausreichend verfügbar, hingegen war das Werk in China in der zweiten Jahreshälfte von der zunehmenden Stromknappheit und damit von Produktionseinschränkungen durch die chinesische Regierung betroffen. Insgesamt investierte der Bereich 2021 CHF 7.2 Mio. in Sachanlagen. Das EBITDA verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr auf CHF 20.5 Mio. und das EBIT erreichte mit CHF 15.3 Mio. den dreifachen Wert des Vorjahres. Die EBIT-Marge stieg auf 16.1 % und damit auf einen Höchstwert. Der Bereich beschäftigte Ende 2021 291 Personen im Vergleich zu 277 im Vorjahr.

Ausblick

2022 dürfte die Nachfrage nach Produkten des Bereichs Chemie weiterhin stark sein. Einzelne Rohstoffe und vor allem Energie dürften weiterhin knapp bleiben. Die Transportkapazitäten haben noch nicht den Stand vor Corona erreicht und stellen in Bezug auf Kosten und termingerechte Verfügbarkeit weiterhin eine Herausforderung dar.

Der Bereich plant Investitionen in Sachanlagen von CHF 19.5 Mio. Neben den bereits oben erwähnten Investitionen soll am Standort China eine Produktionslinie für Molekularsiebe automatisiert werden. Das neue Verwaltungsgebäude in den USA wird 2022 fertiggestellt und bezogen werden. Der Bereich Chemie geht 2022 von einer moderateren Umsatzsteigerung als im Vorjahr aus. Die höheren Kosten für Rohstoffe und Energie werden sich auf das EBIT auswirken und es ist in der Folge mit einer tieferen EBIT-Marge zu rechnen.