Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeitsbericht
Die CPH Group richtet ihre Geschäftstätigkeit nach wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltigen Kriterien aus. Besonderer Wert wird auf einen strategischen Ansatz, kontinuierliche Verbesserung und transparente Berichterstattung gelegt.
1. Allgemeine Angaben
Grundlagen für die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts
Die CPH Group ist bestrebt, ihre Geschäftstätigkeit auf ethische, rechtliche, ökologische und sozial verantwortliche Weise auszuüben. Dementsprechend ist Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil ihrer mehr als 200-jährigen Erfolgsgeschichte und gleichzeitig eine Voraussetzung für die kontinuierliche langfristige Wertschöpfung des Unternehmens. Um dieses Bestreben institutionell zu verankern, hat die CPH Group die langfristige und nachhaltige Wertschöpfung durch die Aktionärinnen und Aktionäre in die Statuten aufnehmen lassen.
Die Umsetzung der im Vorjahr durch Verwaltungsrat und Gruppenleitung der CPH Group überarbeiteten und aktualisierten Nachhaltigkeitsstrategie wurde im Berichtsjahr vorangetrieben:
- Für alle wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen wurden Ambitionen für die beiden Geschäftsbereiche Zeochem und Perlen Packaging entwickelt.
- Diese Ambitionen bilden die übergeordnete Grundlage für alle daraus resultierenden Ziele für die CPH Group und für jeden der beiden Bereiche.
- Zur Erreichung der Ziele wurden konkrete Massnahmen formuliert, welche entweder auf Gruppenebene, auf Ebene von Zeochem und Perlen Packaging oder auf Standortebene umgesetzt werden.
- Die entsprechenden Fortschritte werden regelmässig mit quantitativen und/oder qualitativen Kennzahlen gemessen.
Neben den eigenen Geschäftsaktivitäten berücksichtigt die Bewertung wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen auch die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette. Im Hinblick auf die ökologische Nachhaltigkeit ist eine differenzierte Betrachtung für jeden Geschäftsbereich sinnvoll, um die Wechselwirkungen der verschiedenen Wertschöpfungsketten mit der Umwelt angemessen zu verstehen. In Bezug auf soziale und Governance-Themen sind sich Zeochem und Perlen Packaging jedoch sehr ähnlich.
Die Ausgestaltung der ESG-Berichterstattung und der Kennzahlen der CPH Group lehnt sich an die europäischen Nachhaltigkeitsstandards ESRS (European Sustainability Reporting Standards) an. Diese Standards legen fest, welche Informationen ein Unternehmen über seine wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf Nachhaltigkeitsthemen offenlegen muss. Noch sind nicht alle Daten und Informationen in diesem Nachhaltigkeitsbericht vollständig gemäss den ESRS-Anforderungen verfügbar, sodass dieser Nachhaltigkeitsbericht insgesamt noch nicht ESRS-konform ist.
Dieser Nachhaltigkeitsbericht entspricht auch den aktuellen schweizerischen Anforderungen gemäss Art. 964a bis 964c des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) und der dazugehörigen Verordnung über die Berichterstattung über die Klimabelange. Insbesondere erfüllt die CPH Group die Pflicht zur Berichterstattung über Umweltbelange nach Art. 964b Abs. 3 durch die Anwendung des europäischen Nachhaltigkeitsstandards ESRS E1 Klimawandel (siehe Kapitel 2).
Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht wurde auf konsolidierter Basis für die gesamte CPH Group unter Anwendung des gleichen Konsolidierungskreises wie für die Finanzberichterstattung erstellt. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung umfasst nicht das ausgegliederte Papiergeschäft für das erste Halbjahr des Vorjahrs, da dieser Ansatz die Berichterstattung zukunftsorientierter und vergleichbarer macht. Neu akquirierte Unternehmen werden ab dem Zeitpunkt der Kontrollübernahme in die Nachhaltigkeitsberichterstattung einbezogen. Dementsprechend umfasst dieser Nachhaltigkeitsbericht die folgenden Unternehmen:
- Gruppe: CPH Group AG, Perlen, Root, Schweiz
- Bereich Chemie: Zeochem AG, Rüti ZH, Schweiz; Zeochem L.L.C., Louisville, USA; Zeochem d.o.o., Zvornik, Bosnien-Herzegowina; Jiangsu Zeochem Technology Co. Ltd., Lianyungang, China; Zeochem Pte. Ltd., Singapur, Singapur; Sorbchem India Pvt. Ltd., Vadodara, Indien; Zeochem Silica Materials Inc., Quebec, Kanada; SiliCycle SAS, Paris, Frankreich; SiliCycle Associate Hong Kong Ltd., Hong Kong, China; SiliCycle (Shanghai) Science and Technology Development Co. Ltd., Shanghai, China
- Bereich Verpackung: Perlen Packaging AG, Perlen, Root, Schweiz; Perlen Packaging L.L.C., Whippany, USA; Perlen Packaging GmbH, Müllheim, Deutschland; Perlen Packaging (Suzhou) Co., Ltd., Suzhou, China; Perlen Packaging Anápolis Indústria e Comércio Ltda., Anápolis, Brasilien; LOG Plastic Products Company Ltd., Ashdot Ya’acov Ichud, Israel; LOG Plasticon Zrt., Tököl, Ungarn
Die Treibhausgasemissionen Scope 1–3 Leistungsindikatoren wurden von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft. Der entsprechende Prüfbericht ist hier zu finden.
Governance in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte
Die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane
Das höchste für Nachhaltigkeit und damit auch für den Inhalt dieses Nachhaltigkeitsberichts verantwortliche Organ ist der Verwaltungsrat, der diesen Bericht am 9. Februar 2026 verabschiedet hat und zur Genehmigung durch die Aktionäre anlässlich der ordentlichen Generalversammlung vom 17. März 2026 vorlegen wird.
Um sicherzustellen, dass Nachhaltigkeitsaspekte angemessen berücksichtigt werden, hat die CPH Group eine Governance-Struktur mit entsprechenden Zuständigkeiten, Informationsflüssen und Berichtspflichten für Nachhaltigkeitsthemen etabliert:
- Die Gesamtverantwortung für die ESG-Strategie und die Nachhaltigkeitsthemen liegt beim Verwaltungsrat, der vom Fachausschuss Finanzen, Revision und Nachhaltigkeit beraten wird.
- Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie wird von der Gruppenleitung definiert, gesteuert und ausgeführt, wobei der CFO als ESG-Delegierter der Gruppenleitung alle Aktivitäten koordiniert.
- Der ESG-Delegierte ist sowohl Bindeglied zwischen der Gruppenleitung und dem breiter gefassten ESG-Team sowie zwischen der Gruppenleitung und dem Fachausschuss des Verwaltungsrates respektive dem gesamten Verwaltungsrat.
- Das ESG-Team ist für die Umsetzung der ESG-Strategie und die Erreichung der entsprechenden Ziele verantwortlich. Es besteht aus dem ESG-Delegierten, Vertretern von Zeochem und Perlen Packaging, einem Repräsentanten von Human Resources sowie einem ESG-Koordinator auf Gruppenebene. Das ESG-Team wird von verschiedenen themen- oder geschäftsbereichsspezifischen Arbeitsgruppen unterstützt.
Einzelheiten zur Zusammensetzung und zur Rolle des Verwaltungsrates und des ständigen Verwaltungsratsausschusses «Finanzen, Revision und Nachhaltigkeit» sind im separaten Corporate-Governance-Bericht aufgeführt.
Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen
Der Verwaltungsrat und die Gruppenleitung werden in ihren Sitzungen regelmässig über Nachhaltigkeitsaspekte informiert. Das Thema Nachhaltigkeit wurde im Berichtsjahr an drei Sitzungen des Verwaltungsrats, an zwei Sitzungen des Ausschusses für Finanzen, Revision und Nachhaltigkeit, an drei Sitzungen des Ausschusses für Personal und Entschädigung (Themenbereich Eigene Belegschaft) sowie an elf Sitzungen der Gruppenleitung behandelt. Zu den behandelten Themen gehörten die Überprüfung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse im Hinblick auf die getätigten Akquisitionen und die Nachverfolgung der Umsetzung der Massnahmenpläne aus der Nachhaltigkeitsstrategie. Weitere Themen waren aktuelle Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit, die Optimierung und die Erstellung der Treibhausgasbilanz sowie die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Des Weiteren liessen sich die Gremien über die Entwicklungen und Trends im Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements informieren.
Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme
Die Vergütungspolitik für die Mitglieder des Verwaltungsrates und der Gruppenleitung wird im Vergütungsbericht dargestellt. Während die Vergütung des Verwaltungsrates keine variable Komponente enthält, beinhaltet das Vergütungssystem der Gruppenleitung auch eine variable Vergütung. 40 % der variablen Vergütung basieren auf definierten Leistungszielen in den Dimensionen Kunden & Markt, Innovation, Prozesse, Mitarbeiterführung sowie Nachhaltigkeit.
Erklärung zur Sorgfaltspflicht
Die CPH Group wendet die folgenden Kernelemente der Sorgfaltspflicht an: Nachhaltigkeitsaspekte werden in der Nachhaltigkeitsstrategie der CPH Group unter Berücksichtigung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihrem Zusammenspiel mit der Unternehmensstrategie und dem Geschäftsmodell adressiert. Bei der Behandlung von Nachhaltigkeitsthemen werden die betroffenen Interessenträger (beispielsweise Kunden, Mitarbeitende, Gesellschaft) in angemessener Weise berücksichtigt. Im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie wurden im Vorjahr Massnahmenpläne definiert, deren Umsetzung regelmässig – so auch im Berichtsjahr – nachverfolgt wird. Darüber hinaus gewährleistet die CPH Group eine transparente interne und externe Berichterstattung über ihre Nachhaltigkeitspraktiken und -leistungen und stellt eine angemessene Governance sicher. Die CPH Group stellt basierend auf der jährlich durchgeführten Prüfung fest, dass keine über den gesetzlich definierten Schwellen liegenden Mengen an Rohstoffen eingeführt oder bearbeitet werden, die als Konfliktmineralien eingestuft sind, und dass kein begründeter Verdacht auf Kinderarbeit besteht. Entsprechend ist die CPH Group von den Sorgfalts- und Berichtserstattungspflichten gemäss Art. 964j bis 964l OR befreit.
Risikomanagement und interne Kontrollen der Nachhaltigkeitsberichterstattung
Die CPH Group führt im Rahmen ihrer Risikomanagementaktivitäten unter anderem regelmässige Bewertungen potenzieller wesentlicher nachhaltigkeitsbezogener Auswirkungen und Risiken durch. Dies wird im Corporate-Governance-Bericht ausführlich beschrieben, einschliesslich der wesentlichen Risiken. Die Risiken werden aus Sicht der CPH Group mit Fokus auf die möglichen Auswirkungen auf das Geschäft betrachtet und bewertet. Die Risikoidentifizierung und die damit verbundene Massnahmenplanung erfolgen in einem zweistufigen Prozess in den Geschäftsbereichen und aggregiert auf Gruppenebene.
Im Zuge der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie wurden im Vorjahr erstmals Szenarien für die Klimarisiken und -chancen des Unternehmens erarbeitet, die im Berichtsjahr unverändert blieben. Diese Szenarien sind hier dargestellt. Die entsprechenden Erkenntnisse fliessen in den Risikomanagementprozess ein. Die CPH Group verbessert den Risikomanagementprozess laufend und aktualisiert das Risikoinventar entsprechend der Relevanz für das Geschäft.
Zur Erstellung dieses Nachhaltigkeitsberichts arbeitete die CPH Group mit einem spezialisierten Beratungsunternehmen zusammen, mit welchem Zeochem und Perlen Packaging verschiedene Daten erhoben, berechnet und validiert haben. Die für jeden Standort erhobenen Daten werden von den ESG-Beauftragten und HR-Verantwortlichen von Zeochem und Perlen Packaging kontinuierlich überprüft. Hinzu kommen der strukturierte Abnahmeprozess (Sign-off) und ein Vieraugenprinzip für das interne Kontrollsystem.
Nach aktuellen Einschätzungen bestehen keine wesentlichen Risiken in den Themenbereichen Umwelt, Menschenrechtsverletzungen, Soziales, Korruption und Arbeitnehmerbelange, die unmittelbare Mitigationsmassnahmen erfordern würden.
Strategie
Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette
Die CPH Group richtet ihre Geschäftstätigkeit nach wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltigen Kriterien aus. Die Unternehmensstrategie der CPH Group wird eingehend im Kapitel «Strategie & Märkte» beschrieben.
Die jeweiligen Wertschöpfungsketten von Zeochem und Perlen Packaging umfassen sowohl einen vorgelagerten als auch einen nachgelagerten Teil. Die vorgelagerte Wertschöpfungskette umfasst insbesondere eingekaufte Güter und Dienstleistungen. Eingekaufte Güter werden durch die Lieferanten der CPH Group in der Regel über mehrere Wertschöpfungsstufen als Rohmaterial abgebaut, zu Zwischenprodukten verarbeitet, verpackt und zu den Produktionsstandorten der beiden Geschäftsbereiche geliefert. Die nachgelagerte Wertschöpfungskette umfasst insbesondere die Auslieferung unserer Produkte, die Weiterverarbeitung zu Endprodukten, die Nutzung, das Recycling und die spätere Entsorgung am Ende ihrer Lebensdauer.
Interessen und Standpunkte der Interessenträger
Um die Interessen und Standpunkte ihrer Anspruchsgruppen bestmöglich zu verstehen, pflegt die CPH Group den Dialog mit Stakeholdern wie Investoren, Medien, Politik und der Gesellschaft. Zeochem und Perlen Packaging wiederum pflegen den kontinuierlichen Austausch mit Kunden, Lieferanten und Dienstleistern. Die Erkenntnisse aus diesen Gesprächen und Kontakten fliessen in die Strategieentwicklung, das Produktangebot und die Geschäftsprozesse ein.
Als interne Interessenträger werden die Mitarbeitenden aktiv eingebunden und regelmässig über den Geschäftsverlauf und weitere relevante Entwicklungen im Unternehmen informiert. Die proaktive Beteiligung der Mitarbeitenden am unternehmensinternen Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) wird sehr geschätzt und führt jedes Jahr zu wertvollen Verbesserungen und Einsparungen beim Material- und Ressourcenverbrauch sowie bei den Kosten.
Die Nachhaltigkeits-Governance sieht die regelmässige Information von Verwaltungsrat und Gruppenleitung über die Standpunkte der Interessenträger (inklusive Nachhaltigkeitsaspekten) explizit vor. Damit trägt das Unternehmen zur Erfüllung seiner Sorgfaltspflicht gegenüber seinen Interessenträgern bei.
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen (Doppelte Wesentlichkeitsanalyse)
Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen
Die Identifikation der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen basiert auf der doppelten Wesentlichkeit, bei welcher sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken für den Geschäftserfolg der CPH Group auf konsolidierter Ebene berücksichtigt werden. Bei der Analyse wurden spezifische geografische und bereichsbezogene Gegebenheiten angemessen berücksichtigt. Basierend auf dem regelmässigen Austausch mit verschiedenen internen und externen Interessengruppen wie Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten, Investoren und Behörden hat die CPH Group auch deren Interessen berücksichtigt. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse wurde durch ein bereichsübergreifendes Team mit Unterstützung durch ein spezialisiertes Beratungsbüro erstellt und durch die Gruppenleitung sowie auch den Verwaltungsrat genehmigt. Darüber hinaus wurde im Vorjahr eine Szenarienanalyse für klimabezogene Aspekte (physische Risiken, Übergangsrisiken und klimabezogene Chancen) durchgeführt, um ein tieferes Verständnis zu erlangen (siehe hier).
Von der Nachhaltigkeitsberichterstattung des Unternehmens abgedeckte Themen
Im Folgenden sind die Nachhaltigkeitsthemen und ihre jeweilige Wesentlichkeit für die CPH Group im Überblick dargestellt. Sie beruhen auf der 2023 erstmals durchgeführten und zwischenzeitlich überprüften Ermittlung der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen. Als wesentlich eingestuft sind die Themen: Governance, Klimawandel, Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft, Umweltverschmutzung und Eigene Belegschaft. Diese als wesentlich eingestuften Themen werden strategisch und systematisch adressiert.
Von der CPH Group als nicht wesentlich eingestufte Themen sind Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, Betroffene Gemeinschaften, Biologische Vielfalt und Ökosysteme, Verbraucher und Endnutzer sowie Wasser- und Meeresressourcen. Diese Themen geht die CPH Group situativ an. Insbesondere duldet die CPH Group keine Form von Menschenrechtsverletzungen wie beispielsweise Menschenhandel, Zwangs- und Kinderarbeit weder bei der eigenen Belegschaft noch bei Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette. Im Berichtsjahr und im Vorjahr hat die CPH Group keine Verstösse dagegen festgestellt und auch keine begründeten Verdachtsfälle identifiziert.
2. Klimawandel
Strategie
Übergangsplan für den Klimaschutz
Zeochem und Perlen Packaging setzen seit vielen Jahren konkrete Massnahmen zum Klimaschutz um (siehe unten «Massnahmen und Mittel im Zusammenhang mit dem Klimawandel»).
Durch eine umfassende Treibhausgas-Bilanzierung (einschliesslich Scope 3) konnte im Berichtsjahr die verfügbare Datenbasis erneut erweitert werden (siehe hier). Trotzdem hat das Unternehmen derzeit noch keine ausreichende Datenbasis, um die notwendigen Dekarbonisierungshebel vollständig zu identifizieren und zu bewerten. Entsprechend verfügt das Unternehmen noch nicht über einen Übergangsplan gemäss ESRS E1 (Klimawandel). Es beabsichtigt, einen solchen Plan mittelfristig zu erstellen.
Um die Dekarbonisierung der Unternehmensaktivitäten zu intensivieren und zu systematisieren, wurden im Berichtsjahr strategische Klimaziele und daraus folgende Massnahmen mit entsprechendem Zeithorizont entwickelt. Die Massnahmen werden plangemäss umgesetzt.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Bei allen evaluierten und als relevant eingestuften Klimarisiken und Klimachancen der CPH Group handelt es sich um klimabezogene Übergangsrisiken. Damit gemeint sind Risiken, welche aus dem Wandel zu einer emissionsarmen Wirtschaft entstehen können.
Die CPH Group hat im Vorjahr eine Analyse der Klimarisiken und -chancen vorgenommen. Der Grad der dabei ermittelten Auswirkungen bewegt sich nach aktueller Einschätzung auf einem tiefen Niveau. Gemäss dieser Begutachtung sind das Geschäftsmodell und die Strategie der CPH Group widerstandsfähig gegenüber den identifizierten physischen Risiken und Übergangsrisiken. Demnach sollten das Geschäftsmodell und die Strategie angesichts der unten beschriebenen Szenarien den zukünftigen Bedingungen standhalten können. Durch die Integration der Analyse von Klimarisiken und -chancen in den jährlichen Risikomanagementprozess wird sichergestellt, dass die entsprechende Beurteilung regelmässig aktualisiert wird. Im Berichtsjahr kam es dabei zu keinen relevanten Änderungen in der Beurteilung.
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen
Eine spezialisierte Beratungsfirma unterstützte die CPH Group bei der Identifizierung der Klimarisiken und -chancen gemäss den Vorgaben der Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD). Dabei wurden sowohl physische Risiken (chronische und akute Klimagefahren in den Dimensionen Temperatur, Wind, Wasser und Feststoffe) als auch Übergangsrisiken und Chancen verschiedener Art (politisch, rechtlich, technologisch, marktbezogen, imagebezogen) berücksichtigt und deren Relevanz im Hinblick auf die eigenen Aktivitäten und die Wertschöpfungskette des Unternehmens bewertet. Um die Exposition der CPH Group zu bewerten und diese Risiken und Chancen zu priorisieren, wurde eine Bewertung anhand von zwei Kriterien durchgeführt: finanzielle Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit. Als relevant werden Risiken und Chancen eingestuft, wenn sie nach einer qualitativen Bewertung sowohl eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit als auch hohe finanzielle Auswirkungen haben.
Bei der Bewertung der wichtigsten Klimarisiken und -chancen wurden die folgenden drei Zeithorizonte definiert: kurzfristig (unter 5 Jahre), mittelfristig (5 bis 15 Jahre) sowie langfristig (über 15 Jahre). Zusätzlich wurden folgende Szenarien verwendet:
- «Szenario Netto-Null-Emissionen bis 2050 (NZE)», basierend auf einem erwarteten Temperaturanstieg von weniger als 1.5 Grad (~1.4 Grad). NZE wurde definiert als ein Emissionspfad, der mit einer Begrenzung des Temperaturanstiegs im Jahr 2100 auf unter 1.5 Grad (mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 50 %) bei begrenzter Überschreitung vereinbar ist
- «Szenario für festgelegte Richtlinien (SPS)», basierend auf einem erwarteten Temperaturanstieg von mehr als 1.5 Grad (~2.4 Grad). SPS wurde als Emissionspfad definiert, der die aktuellen politischen Rahmenbedingungen auf der Grundlage einer sektor- und länderspezifischen Bewertung der (bestehenden und geplanten) energiepolitischen Massnahmen widerspiegelt
Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die finanziellen Auswirkungen der wichtigsten Klimarisiken und -chancen mit Blick auf die oben genannten Zeithorizonte und Szenarien wurden gemäss den Risikomanagementrichtlinien der CPH Group bewertet. Im Berichtsjahr kam es bei diesen Risiken und Chancen zu keinen relevanten Veränderungen.
Strategien im Zusammenhang mit dem Klimawandel
Die CPH Group hat die Ambition, ihre Produktion zu dekarbonisieren und die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette hin zu Netto-Null zu reduzieren, ohne dabei die Wettbewerbsfähigkeit zu beeinträchtigen. In den letzten Jahren haben Zeochem und Perlen Packaging zahlreiche Massnahmen identifiziert und umgesetzt. Um dieses Ziel systematischer zu erreichen, haben beide Unternehmen strategische Klimaziele in den Bereichen Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien entwickelt. Aus diesen Zielen wurden Massnahmen mit einem entsprechenden Zeithorizont abgeleitet. Dazu gehören in erster Linie die Identifizierung von Auswirkungspfaden, die Teilnahme von Perlen Packaging an der Science Based Targets Initiative (SBTi) mit den damit verbundenen Verpflichtungen, die Bewertung durch die Nachhaltigkeits-Ratingagentur EcoVadis, die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die persönlichen Jahresziele der Mitarbeitenden, die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz sowie die Entwicklung von Produkten mit reduzierter CO2-Belastung und damit einer besseren Umweltbilanz.
Zur Sicherstellung eines systematischen Managements sind die identifizierten Klimarisiken und -chancen zusammen mit den Massnahmenplänen in den Risikomanagementprozess integriert. Zur Nachverfolgung wurden geeignete quantitative oder qualitative Kennzahlen definiert.
Massnahmen und Mittel im Zusammenhang mit dem Klimawandel
Zeochem und Perlen Packaging haben Massnahmen zum Ausbau des Managements der relevanten Klimarisiken und -chancen geplant und bereits umgesetzt. Dazu gehört zunächst die Analyse von Auswirkungspfaden. Entsprechende Massnahmen zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen werden laufend geprüft und umgesetzt sowie die gewonnenen Erkenntnisse in den Risikomanagementprozess der CPH Group inkludiert. Ausserdem werden die persönlichen Jahresziele der Mitarbeitenden um ESG-bezogene Ziele erweitert.
Perlen Packaging ist Ende des Vorjahrs der SBTi beigetreten. Die SBTi wurde 2015 gegründet, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Emissionsreduktionsziele auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse festzulegen. Die Spezifizierung von SBTi-Massnahmen und die Ausarbeitung eines SBTi-kompatiblen Absenkungspfades hinsichtlich Wirkung, Umsetzbarkeit, Kosten und Zeitplan sollen bis 2026 abgeschlossen sein und in die Nachhaltigkeitsziele von Perlen Packaging integriert werden.
Eine Massnahme im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist die umfassende Bilanzierung der Treibhausgas-Emissionen (einschliesslich Scope 3) bei Zeochem und Perlen Packaging. Um mittelfristig einen Übergangsplan auszuarbeiten, ist zur Identifikation der Dekarbonisierungshebel und zur Nachverfolgung der Wirksamkeit einzelner Massnahmen zunächst Transparenz entlang der Wertschöpfungskette notwendig. Die Transparenz wird unter anderem durch die jährliche Erstellung einer Treibhausgas-Bilanzierung erhöht. Zudem konnte Perlen Packaging im Berichtsjahr die Transparenz ihrer Emissionen erhöhen, indem allgemeine Emissionsfaktoren aus Datenbanken durch tatsächliche Emissionsfaktoren von Lieferanten für wesentliche Inputmaterialien ersetzt wurden.
Zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen und zur Verbesserung der Treibhausgaseffizienz wird unter anderem angestrebt, die Energieeffizienz sowie den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Entsprechende Massnahmen wurden im Berichtsjahr umgesetzt. So wurden auf dem Dach eines neuen Verwaltungsgebäudes am chinesischen Produktionsstandort der Zeochem in Donghai Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung installiert. Dies trägt zur Reduktion des Gasverbrauchs bei. Zudem reduzieren Photovoltaikanlagen seit Mitte des Berichtsjahrs die Menge des eingekauften Stroms. Mit dem selbst produzierten Strom der Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Lagerhauses und der Produktionsgebäude können bis zu 30 % des gesamten Stromverbrauchs des Werks mit erneuerbarer Energie abgedeckt werden. Beide chinesischen Standorte in Donghai und Suzhou haben auf LED-Beleuchtung umgestellt, um den Energieverbrauch zu senken. Perlen Packaging ersetzte den Gas-Brennwertkessel für die Gebäudeheizung weitgehend durch Wärmepumpen, die im vierten Quartal des Berichtsjahrs in Betrieb genommen wurden. Darüber hinaus wurden an allen Standorten in beiden Bereichen verschiedene technische Optimierungen umgesetzt, die dazu beitragen, den absoluten Energieverbrauch einzelner Anlagen zu reduzieren, die Energieeffizienz zu erhöhen oder den Anteil fossiler Energiequellen zu reduzieren. Im Weiteren wurden energieintensive Anlagen durch neue Anlagen mit höherer Energieeffizienz ersetzt.
Perlen Packaging sieht Potenzial auch in ressourceneffizienteren Endprodukten für Blister und Fläschchen, in der Substitution von emissionsintensiven Vorprodukten sowie bei weiteren Investitionen in verbrauchsoptimierte Fertigungstechnologien.
Konkret bietet das Unternehmen seinen Kunden seit dem Vorjahr mit der PERLALUX Mono DeCarb Folie die Möglichkeit, PVC-Monofolien mit einem stark reduzierten CO2-Fussabdruck zu beziehen. Dies wird durch den Ersatz von fossilen hin zu zirkulären und biozirkulären Ausgangsmaterialien in Kombination mit dem Einsatz erneuerbarer Energien im Herstellungsprozess erreicht. Dadurch können PERLALUX Mono DeCarb Folien die CO2-Emissionen aus Ausgangsmaterialien um bis zu 80 % reduzieren.
Kennzahlen und Ziele
Ziele im Zusammenhang mit dem Klimawandel
Wie erwähnt, erarbeitet die CPH Group derzeit die notwendigen Grundlagen für die Erstellung konkreter quantitativer Ziele zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen in Form eines Übergangsplans zum Klimaschutz. Gleichzeitig wurden erste konkrete strategische Ziele erarbeitet und Klimaschutzmassnahmen kontinuierlich umgesetzt, wie bereits in den beiden vorangegangenen Abschnitten im Zusammenhang mit den Strategien und Massnahmen dargelegt.
Energieverbrauch und Energiemix
Die CPH Group ist als produzierendes Unternehmen gemäss Definition ausschliesslich in einem klimaintensiven Sektor tätig (Klassifizierung gemäss ESRS: Sektor C – Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren). Sie investiert aktiv in Anlagen und Projekte, um ihren eigenen Energieverbrauch effizienter zu gestalten. Dementsprechend wird der Energieeinsatz laufend gemessen und überwacht. Dieser Energieverbrauch diente als Grundlage für die Berechnung der Treibhausgas-Emissionen in den relevanten Kategorien (Scope 2 und Kategorie 3 «Tätigkeiten in Zusammenhang mit Brennstoffen und Energien» aus Scope 3).
1 inklusive Elektrizität ohne Herkunftsnachweis
Die Erhöhung des Energieeinsatzes war primär auf die Akquisition von Tochtergesellschaften zurückzuführen (+9.9 %). Akquisitionsbereinigt stieg der Energieeinsatz um 5.4 % an. Dieser Anstieg ergab sich infolge eines unterschiedlichen Produkt- und Absatzmix sowie aufgrund von zusätzlichen Wertschöpfungsschritten zur Erhöhung der Produktqualität sowie zur Reduktion des Rohmaterialverbrauchs, was auch zur ausgewiesenen Erhöhung der Energieintensität beitrug. Da die durchgeführten Optimierungen insbesondere zu einem Mehrverbrauch von Erdgas führten, lag der Anteil der eingesetzten erneuerbaren Energien trotz zusätzlich selbst produzierter Elektrizität leicht unter dem Vorjahr.
1 geprüft mit begrenzter Sicherheit
2 marktbezogene Emissionen berücksichtigen den CO2-Ausstoss basierend auf den Stromlieferverträgen des jeweiligen Standortes
3 standortbezogene Emissionen berücksichtigen den durchschnittlichen CO2-Ausstoss des Elektrizitätsnetzes am jeweiligen Standort
Treibhausgas-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie Treibhausgas-Gesamtemissionen
Die CPH Group hat Massnahmen ergriffen, um ihre Klimawirkungen zu verstehen und zu verringern. Um die Einflussfaktoren auf die Treibhausgas-Emissionen besser nachvollziehen zu können, führte das Unternehmen eine Treibhausgas-Bilanzierung durch.
Erläuterung der Methodik
Die Treibhausgas-Emissionen sind gemäss den Greenhouse Gas (GHG) Protocol Corporate Standards und den Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standards erhoben worden. Die in der Tabelle dargestellten Treibhausgas-Emissionen wurden durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft. Der entsprechende Prüfbericht ist hier zu finden.
Organisatorisch umfasst die CPH Group die beiden Unternehmen Zeochem und Perlen Packaging mit den hier aufgeführten Tochtergesellschaften und Standorten. Die CPH Group besitzt die operative Kontrolle über diese Standorte. Bei der Treibhausgas-Bilanz kam grundsätzlich der gleiche Konsolidierungskreis wie in der Finanzberichterstattung zur Anwendung. Alle Produktionsstandorte wurden in die Treibhausgas-Bilanz einbezogen. Einzelne Vertriebsbüros wurden aufgrund ihrer geringen Wesentlichkeit für die Gesamtemissionen nicht berücksichtigt. Akquisitionen wurden analog zur Finanzberichterstattung ab dem Zeitpunkt der operativen Kontrolle in der Treibhausgas-Bilanzierung berücksichtigt. Für neu erworbene Tochtergesellschaften wurden vorhandene und durch Schätzungen ergänzte Daten verwendet.
Im Rahmen von Scope 3 wurden die folgenden Kategorien ausgeschlossen, da sie für die Tätigkeiten der CPH Group nicht materiell sind und auch im Branchenvergleich nicht anwendbar sind oder da die daraus resultierenden Emissionen vernachlässigbar sind: Geschäftsreisen, Pendelverkehr der Mitarbeitenden, vermietete oder verleaste Objekte (vor- und nachgelagerte), Nutzung verkaufter Produkte, Franchises und Investitionen.
Bei der Berechnung der Emissionen fanden alle im Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) definierten Treibhausgase Berücksichtigung, nämlich Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), Schwefelhexafluorid (SF6), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), Stickstofftrifluorid (NF3) und perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC). Die daraus resultierende Einheit für die berechneten Treibhausgas-Emissionen ist t CO2-äquivalente Emissionen (CO2e).
Folgende Quellen für Emissionsfaktoren kamen in den Berechnungen gemäss letztem verfügbarem Stand zur Anwendung:
- Scope-1-Emissionen (direkte Emissionen): GHG Conversion Factors – DEFRA (Department for Environment, Food and Rural Affairs)
- Scope-2-Emissionen (indirekte Emissionen aus bezogener Energie): Ecoinvent 3.10, EPA (US Environmental Protection Agency), IEA (International Energy Agency)
- Scope-3-Emissionen (sonstige indirekte Emissionen): Life Cycle Upstream Emission Factors – IEA, GHG Conversion Factors – DEFRA und Ecoinvent 3.10, EPDs (Environmental Product Declarations) und PCFs (Product Carbon Footprints) (wo zutreffend)
Im Berichtsjahr konnten erstmals Primärdaten von Lieferanten (Product Carbon Footprint, PCF) zur Berechnung der Treibhausgas-Emissionen herangezogen werden, womit für einige der primären Ausgangsmaterialien allgemeine Emissionsfaktoren aus Datenbanken ersetzt werden konnten. Dies erhöhte die Genauigkeit der Kalkulationen. Der Anteil der verwendeten Primärdaten von Lieferanten und anderen Partnern in der Wertschöpfungskette betrug im Berichtsjahr 15.7 % der gesamten Scope-3-Emissionen.
Der allgemeine Ansatz für die Treibhausgas-Bilanzierung basiert auf Aktivitätsdaten und Emissionsfaktoren. Die Berechnungen wurden in der Regel anhand der tatsächlichen Aktivitätsdaten für die Monate Januar bis November durchgeführt. Die Emissionen für den Monat Dezember werden umsatzproportional hochgerechnet.
Zur Schliessung von punktuellen Datenlücken waren Annahmen und Schätzungen notwendig. Die CPH Group arbeitet kontinuierlich daran, die Qualität der Daten sowie die Prozesse zur Datenerhebung zu verbessern, um die Verwendung von Annahmen und Schätzungen in Zukunft weiter zu reduzieren. Im Berichtsjahr konnten Verbesserungen bei der Datenqualität und der Methodik erzielt werden, wodurch der Umfang der Annahmen reduziert und die Qualität der Treibhausgaskennzahlen verbessert wurden. Für Scope 1 und Scope 2 konnten nahezu vollständig reale Aktivitätsdaten verwendet werden. Für die relevanten Kategorien von Scope 3 wurden nachfolgende Berechnungsmethoden verwendet:
- Eingekaufte Waren und Dienstleistungen (Kategorie 1): Die Emissionen wurden zu nahezu 100 % mit spezifischen, aktivitätsbasierten durchschnittlichen Emissionsfaktoren berechnet. Bei Waren, für die keine Gewichtsangaben vorlagen, wurden die Emissionen über den Warenwert mit ausgabenbasierten Emissionsfaktoren berechnet. Dabei wurde, wo notwendig, das zusätzliche Verpackungsgewicht geschätzt und entsprechend in die Emissionen der Gesamtkategorie mit einbezogen.
- Anlagegüter (Kategorie 2): Die Emissionen wurden für die getätigten Investitionen in Anlagegüter unter Anwendung von sekundären Emissionsfaktoren hochgerechnet.
- Aktivitäten in Zusammenhang mit Kraftstoffen und Energie (Kategorie 3): Die Emissionen wurden über entsprechende marktbasierende Emissionsfaktoren für Scope 3 und den gleichen Aktivitätsdaten wie für Scope 2 kalkuliert. Gegenüber dem Vorjahr wurden die angewendeten Emissionsfaktoren präzisiert.
- Vorgelagerter Transport und Vertrieb (Kategorie 4) und Nachgelagerter Transport und Vertrieb (Kategorie 9): Diese Emissionen wurden mit einem distanzbasierten Ansatz berechnet. Für alle Verkehrsmittel wurden Durchschnittsrouten für jeden Kontinent berücksichtigt. Da genaue Routen nicht mit vertretbarem Aufwand verfügbar sind, dienen diese Durchschnittsrouten als näherungsweise Schätzung. Zudem wurden für See- und Lufttransporte sekundäre Landtransporte ebenso basierend auf Durchschnittsrouten einbezogen. Zudem konnte die Aufteilung zwischen vor- und nachgelagertem Transport und Vertrieb aufgrund einer verbesserten Datengrundlage präzisiert werden.
- Abfallaufkommen in Betrieben (Kategorie 5): Die Abfallemissionen werden basierend auf den Abfallmengen und Emissionsfaktoren für die spezifischen Abfallarten ermittelt. Für Abfallemissionen wird ein Cut-off-Ansatz berücksichtigt, der Ressourcen und zugehörige Emissionen über verschiedene Phasen des Produktlebenszyklus verteilt. Die Umweltbelastungen, die mit der Produktion von rezyklierten Materialien verbunden sind, werden dem Nutzer der rezyklierten Materialien zugeordnet.
- Verarbeitung verkaufter Produkte (Kategorie 10): Die berechneten Emissionen berücksichtigen die Verarbeitung der verkauften Produkte vor dem Endverbrauch durch andere Firmen. Für Zeochem ist diese Kategorie nicht relevant, da die Produkte ohne Weiterverarbeitung von den Kunden genutzt werden. Für Perlen Packaging ist das Thermoformen das Hauptverfahren zur Verarbeitung verkaufter Waren. Ein entsprechender Emissionsfaktor für Thermoformen aus Ecoinvent 3.10 wurde verwendet.
- Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer (Kategorie 12): Bei Zeochem sind Molekularsiebe und Gele die Hauptprodukte am Lebensende und werden aufgrund möglicher Kontaminationen als gefährlicher Abfall betrachtet. Da keine Informationen zur Entsorgung vorliegen, wurde Verbrennung angenommen. Für Perlen Packaging wurde ebenfalls Verbrennung angenommen, und für die Entsorgung von Blisterverpackungen wurde ein Emissionsfaktor für die Verbrennung von Kunststoff verwendet.
1 marktbezogene Emissionen berücksichtigen den CO2-Ausstoss basierend auf den Stromlieferverträgen des jeweiligen Standortes
2 standortbezogene Emissionen berücksichtigen den durchschnittlichen CO2-Ausstoss des Elektrizitätsnetzes am jeweiligen Standort
Erläuterungen zur Entwicklung der CO2-Emissionen
Insgesamt wurden in den gesamten Wertschöpfungsketten der CPH Group rund 575 000 Tonnen CO2e ausgestossen. Davon stammten ein geringer Anteil von 2.6 % aus dem eigenen Wertschöpfungsprozess und 5.4 % aus der Erzeugung der eingekauften Energie. Hingegen stammte der wesentliche Teil der im Berichtsjahr ausgewiesenen Emissionen mit 92.0 % aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten bei Lieferanten, Dienstleistern, Kunden und Endverbrauchern.
Die Treibhausgasemissionen stiegen im Berichtsjahr marktbezogen um 1.8 % an. Dieser Anstieg war primär auf die Akquisition von Tochtergesellschaften zurückzuführen (+6.2 %), wogegen Präzisierungen in den Berechnungen zu um rund 6.9 % tieferen Emissionen führten. Akquisitions- und präzisierungsbereinigt ergab sich ein leichter Anstieg um +2.5 %. Dieser Anstieg stammte weitestgehend aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) und war auf verschiedenste Effekte zurückzuführen. Dazu gehören insbesondere Einflüsse aus dem veränderten Produktionsvolumen sowie dem veränderten Produkt- und Absatzmix.
Die im unternehmensinternen Wertschöpfungsprozess entstehenden Emissionen (Scope 1) nahmen im Berichtsjahr um 9.8 % zu. Akquisitions- und präzisierungsbereinigt betrug die Zunahme 8.2 %. Diese Zunahme ergab sich infolge eines unterschiedlichen Produkt- und Absatzmix sowie aufgrund von zusätzlichen Wertschöpfungsschritten zur Erhöhung der Produktqualität sowie zur Reduktion des Rohmaterialverbrauchs.
Die bei der Produktion von eingekaufter Energie entstandenen indirekten Emissionen (Scope 2, marktbezogen) nahmen im Berichtsjahr um insgesamt 2.2 % zu. Einerseits erhöhte sich dieser Wert aufgrund der Akquisition von Tochtergesellschaften um 18.1 %, während eine Überprüfung der angewendeten Emissionsfaktoren zu um 14.3 % tieferen Werten und damit zu einer Präzisierung der Berechnungen führte. Akquisitions- und präzisierungsbereinigt ergab sich basierend auf dem unterschiedlichen Produkt- und Absatzmix eine tatsächliche Reduktion um 1.6 %.
Die CO2-Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) erhöhten sich um 1.6 %. Dazu trugen Akquisitionen von Tochtergesellschaften mit +5.6 % bei, während Präzisierungen in den Erhebungs- und Berechnungsmethoden mit ‑ 6.6 % beitrugen. Bereinigt um Akquisitionen und Präzisierungen ergab sich ein Anstieg um 2.6 %, primär in der Kategorie der erworbenen Waren und Dienstleistungen, wozu ein verändertes Einkaufsvolumen und ein veränderter Beschaffungsmix beitrugen. Präzisierungen in den Berechnungen umfassten vor allem die erstmalige Verwendung von lieferanten- und produktspezifischen Primärdaten (PCF, Product Carbon Footprints), welche die tatsächlichen Emissionen der einzelnen Produkte besser berücksichtigen als die in Datenbanken verfügbaren Emissionsfaktoren.
Weitere Präzisierungen umfassten die Überprüfung der bei den vorgelagerten Aktivitäten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie angewendeten Emissionsfaktoren (Scope 3, Kategorie 3), welche in dieser Kategorie zusammen mit der Akquisition von Tochtergesellschaften zu einer deutlichen Erhöhung der ausgewiesenen Werte führte. Aufgrund einer verbesserten Datengrundlage konnte die Zuordnung von Transporten und Vertrieb in den Kategorien vorgelagert (Kat. 4) und nachgelagert (Kat. 9) verbessert werden. Das führte zu einer deutlichen Erhöhung der Emissionen bei den vorgelagerten Transporten und Vertrieb und zu einer analogen Reduktion bei den nachgelagerten Transporten und Vertrieb. Im Weiteren wurden die Emissionsfaktoren beim Abfallaufkommen von Betriebstätigkeit (Kat. 5) überprüft, woraus sich eine deutliche Erhöhung auf dieser Zeile ergab.
Zusätzlich sind im Berichtsjahr biogene Emissionen von 15 Tonnen CO2e ausgestossen worden (Vorjahr: 13 Tonnen).
Reduktion von Treibhausgasen und Projekte zur indirekten Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Gutschriften
Zum heutigen Zeitpunkt werden keine Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasen verfolgt, die durch CO2-Gutschriften finanziert werden.
Interne CO2-Bepreisung
Die CPH Group verfügt über kein internes CO2-Bepreisungssystem.
Erwartete finanzielle Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel
Unter Berücksichtigung und Anwendung der Definitionen für Eintrittswahrscheinlichkeit und finanzielle Auswirkungen gemäss dem Risikomanagementsystem der CPH Group wurden die folgenden hauptsächlichen klimabezogenen Risiken und Chancen identifiziert:
Klimabezogene Risiken
- Verschiebung der Präferenzen von Kunden: Kunden setzen sich vermehrt klimabezogene Ziele und verlangen insbesondere von Perlen Packaging, eigene Klimaschutzziele festzulegen und umzusetzen. Die Nichteinhaltung dieser Anforderungen kann sich kurz- bis mittelfristig potenziell negativ auf den Umsatz und die Ergebnisse auswirken, wobei die finanziellen Auswirkungen als tief eingeschätzt werden. Massnahmen wie die Umsetzung der gesetzten Klimaschutzziele oder die Registrierung bei SBTi wirken mitigierend.
- Auswirkungen von Regulierungen auf die Lieferkette und die Gewinnung von Rohstoffen: Hauptlieferanten von Ausgangsmaterialien sind zunehmend von strengeren klimapolitischen Massnahmen betroffen, was sich mittel- bis langfristig auf die entsprechenden Kosten auswirken kann. Die möglichen finanziellen Auswirkungen werden aktuell als gering beurteilt, da davon ausgegangen wird, dass Mehrkosten bei gleichen Wettbewerbsbedingungen zu höheren Verkaufspreisen führen werden.
- Erhöhte Investitionskosten: Investitionskosten für die Anpassung der eigenen Prozesse und Produktionslinien hin zu mehr Klimafreundlichkeit (beispielsweise mit Blick auf die Dekarbonisierung im Rahmen der SBTi) führen potenziell über einen möglichen Zeitraum von zehn Jahren zu einem zusätzlichen Investitionsbedarf mit tiefen finanziellen Auswirkungen, da davon ausgegangen wird, dass Mehrkosten zu höheren Verkaufspreisen führen werden.
Klimabezogene Chancen
- Steigende Nachfrage von Kunden nach nachhaltigeren Produkten: Die CPH Group entwickelt laufend neue Produkte, die bei der Nutzung oder Weiterverarbeitung weniger Emissionen verursachen und damit dem Bedürfnis der Kunden nach Reduktion der eigenen Emissionen gerecht werden. Daraus ergeben sich mittelfristig potenziell positive finanzielle Auswirkungen, die von der Zahlungsbereitschaft der Kunden für nachhaltige Produkte abhängen.
- Emissionsarme Verpackungslösungen: Innovative, klimafreundliche Verpackungslösungen bieten Möglichkeiten zur Kosteneinsparung entlang der gesamten Wertschöpfungskette (geringerer Materialeinsatz, günstigere Materialien, einfachere Entsorgung oder Recycling) und könnten mittelfristig Wettbewerbsvorteile bringen, falls die Kunden diese zunehmend fordern würden. Die potenziell positiven finanziellen Auswirkungen hängen primär von der Zahlungsbereitschaft der Kunden für emissionsarme Verpackungslösungen ab.
- Recycling von Molekularsieben: Das Recycling von Molekularsieben ermöglicht uns, durch Wiederverwendung den Verbrauch von Ressourcen zu reduzieren und unseren Energiebedarf in der Produktion zu senken. Damit machen wir unseren Betrieb nicht nur nachhaltiger, sondern auch widerstandsfähiger gegenüber Materialpreisschwankungen.
3. Umweltverschmutzung
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
Strategien im Zusammenhang mit der Umweltverschmutzung
Die CPH Group ist sich ihrer Verantwortung als Unternehmen zur Vermeidung und Reduzierung von Umweltverschmutzung bewusst und handelt entsprechend. Dieses Handeln ist gestützt auf die Ambition der CPH Group, die Freisetzung umweltschädigender Stoffe zu vermeiden und alle lokalen Vorschriften einzuhalten. Das Vermeiden und Reduzieren von Umweltverschmutzung ist grundsätzlich in die Planungs- und Entscheidungsprozesse bei Zeochem und Perlen Packaging integriert. Als grössten Wirkungshebel hat die CPH Group diesbezüglich die schonende und effiziente Nutzung von Ressourcen und die Wiederverwendung von Produktionsabfällen und der eigenen Produkte identifiziert. Entsprechende Informationen dazu finden sich im Kapitel «Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft» dieses Nachhaltigkeitsberichts.
Massnahmen und Mittel im Zusammenhang mit der Umweltverschmutzung
Jeder Produktionsstandort verfügt über einen Umweltverantwortlichen. Diese stellen unter anderem sicher, dass die lokalen Vorschriften zur Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung bekannt sind und eingehalten werden. Für den Umgang mit gefährlichen Stoffen sind standardisierte Arbeitsprozesse definiert. Die Mitarbeitenden werden regelmässig angemessen zum Umgang mit gefährlichen Stoffen geschult. Regelmässige interne und externe Sicherheitsschulungen stellen sicher, dass der Umgang mit gefährlichen Stoffen stets gesetzeskonform gehandhabt wird und Unfälle sowie die Freisetzung umweltschädigender Stoffe vermieden werden.
Kennzahlen und Ziele
Ziele im Zusammenhang mit der Umweltverschmutzung
Bei Zeochem und Perlen Packaging werden die Verwendung und Freisetzung umweltschädigender Stoffe kontinuierlich überwacht. Die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für die Konzentrationen von Emissionen in Luft, Wasser und Boden werden eingehalten. Über die bestehenden Massnahmen zur Überwachung und Aufbereitung hinaus wurden keine Indikationen für die Notwendigkeit weiterer Massnahmen festgestellt. Bei Bedarf werden angemessene weitere Ziele für Luftschadstoffe, Emissionen ins Wasser und Verschmutzung des Bodens sowie für die Vermeidung bzw. Verminderung von besorgniserregenden und besonders besorgniserregenden Stoffen festgelegt.
Zur Gewährleistung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Umweltbelangen hat Zeochem bereits vor einigen Jahren an seinen Standorten in Donghai (China) und Zvornik (Bosnien-Herzegowina) ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem eingeführt. Der Standort in Louisville (USA) wurde im Berichtsjahr zertifiziert; die Zertifizierung für den Schweizer Standort Rüti ist für 2026 geplant. Die Zertifizierung nach ISO 14001 soll in den kommenden Jahren auch an den anderen Produktionsstandorten von Zeochem erfolgen.
Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung
Als Schadstoffe, die in die Luft gelangen, werden die Treibhausgasemissionen im Kapitel «Klimawandel» dargestellt. Weitere potenzielle Emissionen in die Luft aus Produktionsprozessen werden beispielsweise durch den Einsatz geeigneter Filtersysteme reduziert. Darüber hinaus werden chemische Prozesse in der Regel in geschlossenen Systemen durchgeführt.
Auf den ressourcenschonenden Umgang mit Wasser wird im nachfolgenden Kapitel zu Wasser- und Meeresressourcen eingegangen. Abwasser wird bei Bedarf beispielsweise in Fällungsanlagen oder durch Neutralisation vorbehandelt und in lokalen Abwasserreinigungsanlagen geklärt. Zur Vermeidung von Bodenverschmutzung gibt es eine Vielzahl an Sicherheitsvorkehrungen und Konzepten. Dazu gehören Auffangwannen in Bereichen mit erhöhtem Expositionsrisiko und die sorgfältige Lagerung von Gefahrstoffen.
Im Berichtsjahr, wie auch im Vorjahr, wurden keine Vorfälle bzgl. Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung verzeichnet. Angrenzend an das ehemalige Produktionsgelände in Uetikon am See (Schweiz) läuft die Sanierung des durch die Vorgängerfirma der Zeochem aufgeschütteten Seegrunds. Bis im Vorjahr waren 80 % der betroffenen Fläche saniert. Die Sanierungsarbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Baudirektion des Kantons Zürich, welche die Projektleitung innehat, während die CPH Group in der Steuergruppe vertreten ist und 80 % der Sanierungskosten finanziert (siehe auch Erläuterung 20 der Konzernrechnung).
Bei der Herstellung von Kunststoffblistern stellt Perlen Packaging sicher, dass kein Mikroplastik in die Umwelt gelangt. Das primäre Ausgangsmaterial PVC wird in Pulverform (per Definition Mikroplastik) angeliefert. Bei der Verarbeitung wird dieser in einen anderen Zustand umgewandelt, sodass das Endprodukt, die Kunststofffolie, per Definition nicht mehr als Mikroplastik gilt. Durch die Verarbeitung des PVC-Pulvers in geschlossenen Kreisläufen wird verhindert, dass während der Produktion Mikroplastik in die Umwelt gelangt.
Besorgniserregende Stoffe und besonders besorgniserregende Stoffe
Bei der Produktion von Zeochem und Perlen Packaging werden als «besorgniserregend» oder «besonders besorgniserregend» eingestufte Stoffe teilweise als Roh- bzw. Hilfsstoff verwendet oder sind in diesen in geringen Konzentrationen enthalten. Es werden jedoch keine Produkte verkauft, die als besorgniserregend oder besonders besorgniserregend eingestuft sind. Chemische Substanzen werden als «besorgniserregend» definiert, wenn diese potenziell schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt haben. Als «besonders besorgniserregend» sind chemische Stoffe klassifiziert, die aufgrund ihrer potenziellen Gefahren erhebliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt haben können. Diese Stoffe werden einer regelmässigen Gefährdungsbeurteilung unterzogen. Alle Aktivitäten im Zusammenhang mit diesen Stoffen, einschliesslich Transport, Lagerung und Entsorgung, sind in Standardarbeitsanweisungen beschrieben und werden von speziell geschulten Experten oder Fachfirmen durchgeführt. Geschultes Fachpersonal und geeignete Sicherheitsvorkehrungen, zum Beispiel der Umgang mit besonders besorgniserregenden Stoffen in geschlossenen Kreisläufen, gewährleisten einen sicheren Betrieb. Für Mitarbeitende, lokale Gemeinschaften und die Umwelt ist dadurch kein wesentliches Gefährdungspotenzial zu erwarten.
4. Wasser- und Meeresressourcen
Der Themenbereich Wasser- und Meeresressourcen wurde in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse als unwesentlich eingestuft (siehe Wesentlichkeitsanalyse). Es wurden keine wesentlichen positiven oder negativen Auswirkungen, Risiken oder Chancen im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen identifiziert. Dies liegt insbesondere daran, dass für die Herstellung der Produkte von Zeochem und Perlen Packaging nur geringe Wassermengen benötigt werden, die nahezu vollständig durch lokale Abwasserreinigungsanlagen gereinigt in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt werden.
Weil Wasser eine wertvolle natürliche Ressource ist, ist die CPH Group bestrebt, Wasser effizient zu nutzen. Deshalb wird der Wassereinsatz insbesondere an den Standorten in China, Indien und in Israel überwacht, da diese gemäss dem «Aqueduct Water Risk Atlas» in Gebieten mit hohem Wasserstress liegen. Im Berichtsjahr lag die Wasserentnahme bei 744 000 m3 (Vorjahr: 571 000 m3). Das entnommene Wasser wird zu mehr als 98 % gereinigt in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt. Damit liegt der Wasserverbrauch in einer vernachlässigbar kleinen Grössenordnung. Von der Wasserentnahme entfallen 5.6 % auf Gebiete mit hohem Wasserstress (Vorjahr: 10.5 %).
Im Berichtsjahr hat Zeochem eine im Vorjahr entwickelte Anlage zur Reinigung von Abwasser mit hohem Salzgehalt eingesetzt, welche die Wassereffizienz durch die Rückgewinnung von gereinigtem Wasser erhöht (siehe Kapitel 6 «Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft»).
5. Biodiversität & Ökosysteme
Der Themenbereich Biodiversität & Ökosysteme wurde in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse als unwesentlich eingestuft. Es wurden keine wesentlichen positiven oder negativen Auswirkungen, Risiken oder Chancen im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt und Ökosystemen identifiziert. Aufgrund der sehr geringen Bedeutung für die CPH Group erfolgt zu diesem Thema keine weitere Berichterstattung.
6. Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
Strategien im Zusammenhang mit der Ressourcennutzung und der Kreislaufwirtschaft
Abfallvermeidung und -reduzierung sowie die effiziente Nutzung von Ressourcen sind seit vielen Jahren in die Planungs- und Entscheidungsprozesse der Geschäftsbereiche der CPH Group integriert. Die Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Produkte werden derzeit als wesentliche Chancen angesehen.
Die CPH Group hat die Ambition, die Entwicklung kreislauffähiger Produkte weiter voranzutreiben und das Abfallaufkommen im Produktionsprozess auf ein Minimum zu reduzieren. Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit sind dabei wichtige Kriterien.
Massnahmen und Mittel im Zusammenhang mit der Ressourcennutzung und der Kreislaufwirtschaft
Die Unternehmen der CPH Group tragen zur Vermeidung von Abfällen bei, indem einerseits Produktionsabfälle verringert und andererseits verschiedene in der Produktion eingesetzte Materialien rezykliert werden.
Die bei Zeochem hergestellten Molekularsiebe sind mineralischen Ursprungs. Sie können aufbereitet und mehrfach verwendet werden und bieten den Kunden nachhaltige und langlebige Lösungen.
D2O, oder Schwerwasser, ist ein Ausgangsmaterial für viele Isotopenaustauschreaktionen. Am Schweizer Standort wird das gesamte abgereicherte D2O sorgfältig gesammelt und mit von Kunden zurückgegebenem D2O mit niedriger Konzentration kombiniert. Mithilfe einer speziellen Technologie, die bei Zeochem im Einklang mit der Kreislaufwirtschaft angewendet wird, wird es zu konzentriertem und wiederverwendbarem Schwerwasser angereichert.
Die Zeochem setzt am Standort Donghai in China eine Entsalzungsanlage zur Aufbereitung von Abwasser mit hohem Salzgehalt ein. Das im Vorjahr neu entwickelte Verfahren ermöglicht die Abtrennung chemischer Substanzen wie Calciumchlorid (CaCl2) und reduziert den Salzverbrauch um etwa 30 %.
In den USA nimmt die Zeochem von Kunden verwendete Stahlfässer zurück und bereitet sie für die Wiederverwendung vor. Aufgrund der erfolgreichen Umsetzung werden weitere Programme zur Wiederverwendung von Verpackungseinheiten und Transportbehältern eingeführt.
Die grossen Tankcontainer, die Perlen Packaging am Schweizer Standort für die Lagerung und den Transport von Flüssigkeiten einsetzt (IBC-Container), werden nach Gebrauch zur Wiederaufbereitung an den Hersteller zurückgegeben. Das in der Produktion in der Schweiz genutzte Vorlaufpapier findet eine Wiederverwendung: Dank seiner Beschichtung nimmt dieses Papier keine Flüssigkeiten auf und kann daher in Gemüsekisten verwendet werden. Die am Produktionsstandort in China anfallenden PVC-, PE- und PVdC-Abfälle werden an ein anderes Unternehmen verkauft, das daraus Kunststoffbehälter für Pflanzensetzlinge herstellt. Zudem werden am Standort in Brasilien PVC und PVdC-Produktionsabschnitte durch eine Partnerschaft mit einem Türenhersteller zu Produkten wie Türstoppern und PVC-Holztüren rezykliert.
Die mit den Kunststofffolien von Perlen Packaging hergestellten Medikamentenverpackungen bestehen häufig aus zwei Komponenten: aus beschichteten Kunststofffolien, welche tiefgezogen werden und das Medikament aufnehmen, und aus Aluminiumfolien, durch die das Medikament gedrückt wird. Diese Blister aus verschiedenen Komponenten (Kunststoff/Metall) sind schwieriger zu recyceln als reine Kunststoffverpackungen. Aus regulatorischen Gründen ist eine zirkuläre Verwendung von pharmazeutischen Verpackungen im Primärkreislauf nicht zulässig.
Kennzahlen und Ziele
Ziele im Zusammenhang mit der Ressourcennutzung und der Kreislaufwirtschaft
Auf Grundlage der oben genannten Ambitionen hat sich die CPH Group die strategischen Ziele gesetzt, den weiteren Ausbau ihres kreislauffähigen Produktportfolios voranzutreiben, ein systematisches Abfallmanagement an allen Produktionsstandorten umzusetzen, Produktionsabfälle zu minimieren und die Wiederverwendung von Produktionsabfällen, Reststoffen und Verbrauchsmaterialien zu maximieren. Diese strategischen Ziele tragen insbesondere zu einer Reduzierung des Materialverbrauchs und einer entsprechenden Verringerung der Treibhausgas-Emissionen bei.
Ressourcenzuflüsse
Zeochem verwendet mineralische Ausgangsmaterialien und Schwerwasser (D2O) sowie Zwischenprodukte für die Produktion.
Perlen Packaging verarbeitet hauptsächlich hartes PVC zu Folien und HDPE zu Fläschchen. Die Folien werden in der Regel in der nachgelagerten Wertschöpfungskette zusammen mit Aluminiumfolien zu Blisterverpackungen weiterverarbeitet. Im Vergleich zu anderen erdölbasierten Polymeren weist das von Perlen Packaging eingekaufte PVC über seinen gesamten Lebenszyklus einen geringeren CO2-Fussabdruck auf.
Es werden keine über den gesetzlich definierten Schwellen liegenden Mengen an Rohstoffen eingeführt oder bearbeitet, die als Konfliktmineralien eingestuft sind. Dazu gehören Zinn, Tantal, Wolfram und Gold. In gewissen Produkten des Bereichs Verpackung werden Zinnstabilisatoren verwendet. Die Lieferanten dieser Stabilisatoren werden durch den Bereich regelmässig überprüft, um sicherzustellen, dass kein Zinn aus Konfliktgebieten stammt und die entsprechenden Regeln der Responsible Minerals Initiative (RMI) eingehalten werden.
Ressourcenabflüsse
Die CPH Group unterstützt mit ihren Aktivitäten und Produkten die Kreislaufwirtschaft, indem sie die effiziente Nutzung und Wiederverwertung von Materialien fördert. Wiederverwendung und Recyclingfähigkeit sind dabei zentrale Grundsätze.
Zeochem trägt zur Abfallvermeidung bei, indem sie einerseits Produktionsabfälle verringert und andererseits verschiedene in der Produktion eingesetzte Materialien rezykliert. Dazu gehören beispielsweise Mutterlauge, Molekularsiebe, Stahlfässer, Holzpaletten, Schwerwasser (D2O) und die Big Bags, in denen die Molekularsiebe verpackt werden. Feste Abfallstoffe aus Silikat-Aluminium-Ton-Verbindungen, die bei der Herstellung von Molekularsieben anfallen, werden auf Deponien für Inertstoffe entsorgt.
Perlen Packaging engagiert sich für das Recycling von PVC. In Müllheim (Deutschland) werden die prozessbedingten Randabschnitte direkt aus der Kalanderanlage über eine Randstreifenmühle gemahlen und in den Extrusionsprozess zurückgeführt. Diese Abschnitte werden somit direkt wieder in die Folienproduktion eingebracht. Das leistet einen weiteren positiven Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Kunststoffe, die nicht in unserem eigenen Prozess rezykliert werden können, werden entweder von einem Drittanbieter zu Hülsen verarbeitet, auf die die Folien dann aufgewickelt werden, oder an Recyclingunternehmen verkauft, die sie zu anderen PVC-Produkten verarbeiten. Über 90 % der PVC-Produktionsabfälle werden rezykliert.
Die Erhöhung der Menge des angefallenen Abfalls war primär auf die Akquisition von Tochtergesellschaften (+11.2 %) sowie einen geänderten Produkt- und Absatzmix zurückzuführen. Der Anteil der verwerteten Abfälle lag dank des grossen Recycling-Anteils weiterhin bei hohen 82.9 % (Vorjahr: 88.7 %).
7. Eigene Belegschaft
Strategie
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Der weltweite Erfolg der CPH Group wird weitgehend durch das Wissen, die Fähigkeiten und die Motivation ihrer Mitarbeitenden bestimmt. Das Unternehmen handelt gegenüber seinen Mitarbeitenden an allen Standorten verantwortungsbewusst. Es befasst sich aktiv mit diesem Thema im Rahmen des Personalmanagements (HRM) und bewertet kontinuierlich Risiken, die diesem Ziel entgegenwirken könnten. Bei Bedarf werden Massnahmen zur Reduzierung dieser Risiken umgesetzt.
Die CPH Group toleriert keine Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Nationalität, Invalidität, Alter, sexueller Ausrichtung, körperlicher oder geistiger Behinderung, Familienstand, politischen Ansichten oder anderen gesetzlich geschützten Merkmalen. Jede Form von physischer oder psychischer Gewalt, Mobbing oder sexueller Belästigung am Arbeitsplatz ist verboten.
Die CPH Group regelt ihre HR-Aspekte im Rahmen ihres Leitbilds und ihres Personalreglements. Über alle Geschäftsbereiche und Standorte hinweg erfüllt die CPH Group die grundlegenden internationalen Arbeitsstandards und befolgt nationale und lokale Arbeits- und Sicherheitsgesetze und -vorschriften.
Die CPH Group hat die Ambition, die Zufriedenheit und Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen zu fördern und damit auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben. Die Rekrutierung und Bindung von Mitarbeitenden sowie der Wissenstransfer sind in diesem Zusammenhang zentrale Herausforderungen für das Personalwesen. In einer Zeit, in der der Arbeitsmarkt in einigen Regionen durch einen erheblichen Fachkräftemangel und eine alternde Belegschaft gekennzeichnet ist, werden Wissenstransfer und eine effektive Mitarbeiterrekrutierung zu entscheidenden Faktoren für den langfristigen Erfolg von Unternehmen.
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
Strategien im Zusammenhang mit der eigenen Belegschaft
In Anlehnung an die Ambition der CPH Group, die Zufriedenheit und Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen zu fördern und als Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben, hat die CPH Group folgende sechs strategischen Handlungsfelder definiert: Arbeitssicherheit, Engagement der Belegschaft, verstärkte Rekrutierungen und bedarfsgerechte Weiterbildungen, Nachfolgeplanung für alle Führungs- und Schlüsselpositionen, Vielfalt am Arbeitsplatz sowie marktgerechte Löhne. Höchste Priorität hat der Schutz der Mitarbeitenden vor betriebsbedingten Unfällen und entsprechend weiterhin möglichst tiefe betriebsbedingte Unfallzahlen. Mehr Informationen dazu finden sich im Unterkapitel «Gesundheitsschutz und Sicherheit».
Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitnehmenden des Unternehmens und von Arbeitnehmervertretern in Bezug auf Auswirkungen
Eine offene Kommunikationskultur, eine Führung, die die Unternehmenswerte vorlebt, sowie ein sicheres, gesundes und vielfältiges Arbeitsumfeld bilden die Basis für den Einbezug der Mitarbeitenden und ihre Identifikation mit ihrer Arbeit und dem Unternehmen.
Unternehmensinformationen werden unter anderem in Form von persönlichen Gesprächen, Mitarbeiterversammlungen, über das Intranet, das Mitarbeitermagazin und Aushänge kommuniziert. Mitarbeitergespräche finden jährlich statt. Die Arbeitnehmervertreter an den einzelnen Standorten werden im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen miteinbezogen.
Mit dem Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) werden in der gesamten CPH Group Prozessoptimierungen und Kosteneinsparungen identifiziert und umgesetzt, welche die Qualität der Produkte und Dienstleistungen verbessern und die Kundenzufriedenheit sowie das Engagement der Mitarbeitenden steigern. Jede Idee zählt, die Prozesse optimiert, Energie spart, Umwelt und Ressourcen schont, zur Sicherheit beiträgt, das Arbeitsklima verbessert oder das Finanzergebnis erhöht. Die Verbesserungsvorschläge werden in einem klar strukturierten Prozess bewertet. Die Erfahrung zeigt, dass die Hälfte der eingereichten Ideen in die Praxis umgesetzt wird. Der KVP ist auch in die individuellen Leistungsziele integriert und wird in den Bereichen jährlich geschult.
Im Berichtsjahr wurden 633 auf der KVP-Systematik basierende Verbesserungsvorschläge eingereicht.
Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitnehmenden des Unternehmens Bedenken äussern können
Die CPH Group verfügt über ein Hinweisgebersystem, welches im Berichtsjahr an allen Standorten weltweit eingeführt wurde. Dieses System ermöglicht es den Mitarbeitenden, anonym Bedenken zu äussern. Darüber hinaus besteht weiterhin die Möglichkeit, sich intern an die jeweilige Personalleitung zu wenden.
Im Vorjahr ist in der Schweiz eine betriebliche Sozialberatung etabliert worden. Dieses Programm gibt den Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich bei beruflichen (beispielsweise Probleme am Arbeitsplatz, Mobbing), gesundheitlichen (beispielsweise psychische Probleme oder Burnout) und persönlichen Schwierigkeiten (beispielsweise finanziell, familiär) an eine neutrale Stelle zu wenden. Mit einem spezialisierten Partner wird der Belegschaft eine professionelle Beratungsstelle zur Seite gestellt. Mit der betrieblichen Sozialberatung ergreift die CPH Group präventive Massnahmen, um die Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden zu erhalten und zu stärken.
Ergreifung von Massnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen auf die Arbeitnehmenden des Unternehmens und Ansätze zum Management wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit den Arbeitnehmenden des Unternehmens sowie die Wirksamkeit dieser Massnahmen
Um die Mitarbeitenden vor Unfällen zu schützen und die Anzahl der Arbeitsunfälle gering zu halten, hat jeder Standort einen Verantwortlichen für Arbeitssicherheit und es finden regelmässig Arbeitssicherheitsschulungen statt. Darüber hinaus können Ansätze zur Verbesserung der Arbeitssicherheit über den etablierten Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) adressiert werden. Falls Unfälle passieren, werden diese in einem definierten Prozess analysiert, um sie in Zukunft zu verhindern. Diese und andere Massnahmen werden fortlaufend fortgesetzt und bei Bedarf angepasst.
Die CPH Group befragt die Belegschaft weltweit alle drei Jahre zu den Themen Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitsumfeld und berufliche Entwicklung, Führung, Kommunikation, Innovation, Kunden, Strategie und Engagement. An der letzten Befragung im Herbst des Berichtsjahrs nahmen 82 % der Mitarbeitenden teil. In den unterschiedlichen Themenbereichen wurden im Berichtsjahr mindestens die bereits hohen Zustimmungswerte der Umfrage von 2022 erreicht. Der Engagement-Index stieg leicht auf 80 %. Die grösste Zustimmung mit 80 % bis 89 % erhielten die Themen Kunden, Führung, Kommunikation, Unternehmensstrategie, Arbeitsumfeld und berufliche Entwicklung. Die CPH Group leitet zur angestrebten weiteren Stärkung des Engagements der Mitarbeitenden konkrete Massnahmen aus der jüngsten Mitarbeiterumfrage ab.
Ebenfalls Priorität haben auch weiterhin die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Weiterbildung und einer systematischen Nachfolgeplanung für alle Führungs- und Schlüsselpositionen. Neben den notwendigen Arbeitssicherheitsschulungen haben die Mitarbeitenden auch die Möglichkeit, an individuellen berufsbezogenen Kursen teilzunehmen. Die CPH Group legt grossen Wert auf die Entwicklung von Kompetenzen wie Leadership, Kommunikation, soziale Intelligenz, Organisationsentwicklung und Expertenwissen und fördert diese durch die CPH Academy. Alle Mitarbeitenden haben bereits Zugang zu einem umfassenden Angebot an E-Learning-Kursen. Nach dem erfolgreichen Start in den deutschsprachigen Ländern wird nun auch in anderen Ländern eine Zusammenarbeit mit Fachhochschulen und Business Schools für speziell ausgewählte Seminare in Betracht gezogen.
Die CPH Group bietet ein attraktives Arbeitsumfeld, in dem die Mitarbeitenden ihr individuelles Potenzial entfalten können (weitere Details dazu finden sich im Abschnitt «Vielfalt am Arbeitsplatz». Die entsprechende Salärpolitik soll auch zukünftig marktgerechte Löhne umfassen (vgl. Abschnitt «Salärpolitik»). Eine weitere Massnahme ist die kontinuierliche Überprüfung von Möglichkeiten zur Erweiterung der Lohnnebenleistungen (Fringe Benefits).
Kennzahlen und Ziele
Ziele im Zusammenhang mit der eigenen Belegschaft
Die Ziele in den einzelnen Themenfeldern wurden bereits im vorangegangenen Abschnitt im Zusammenhang mit den Massnahmen erläutert. Eine Vertiefung erfolgt im Folgenden mit der Darstellung der Merkmale der Mitarbeitenden der CPH Group.
Kennzahlen zu den Mitarbeitenden des Unternehmens
Die Fluktuation ist im Berichtsjahr leicht zurückgegangen. Durch gezielte Massnahmen konnte diese insbesondere in Asien deutlich gesenkt werden, während der erstmalige Einbezug von Akquisitionen dagegenwirkte.
Tarifvertragliche Abdeckung
Perlen Packaging verfügt an ihrem Schweizer Standort Perlen über einen Gesamtarbeitsvertrag. Dieser gilt für 209 Mitarbeitende. Am Standort in Müllheim (Deutschland) mit 163 Mitarbeitenden wird der Tarifvertrag der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IGBCE) als Grundlage verwendet. In allen anderen Fällen wurden individuelle Arbeitsverträge abgeschlossen.
Vielfalt am Arbeitsplatz
In der CPH Group sollen alle Mitarbeitenden ihr Potenzial voll entfalten können, unabhängig von Alter, Geschlecht oder anderen Kriterien. Die CPH Group verfolgt daher eine faire und diskriminierungsfreie Beschäftigungspolitik; individuelle Leistung, Fähigkeiten und Potenzial am jeweiligen Arbeitsplatz sind entscheidende Faktoren bei der Einstellung, Ausbildung und Beförderung.
Die Zusammenarbeit in multikulturellen Teams wird aktiv gelebt und gefördert. Dies ist auch ein besonderes Anliegen der CPH Group, da zum Ende des Berichtsjahrs 78 % der Mitarbeitenden an Standorten ausserhalb der Schweiz für das Unternehmen tätig waren. Per Ende des Berichtsjahrs waren Mitarbeitende aus 46 Nationen (Vorjahr: 44) in der CPH Group beschäftigt.
Per Ende des Berichtsjahrs beschäftigte die CPH Group 1 244 Mitarbeitende, 285 mehr als im Vorjahr. Der Frauenanteil in der Belegschaft stieg im Berichtsjahr auf 30.6 % gegenüber 25.2 % im Vorjahr. Der Anstieg beider Werte ist im Wesentlichen auf Akquisitionen zurückzuführen. Um die Personalbeschaffung zu optimieren, wird die Vielfalt im Rahmen der Verfügbarkeit geeigneter Fachkräfte weiterhin gefördert. Dabei haben neben Diversitätsaspekten Kriterien wie Leistung, Erfahrung und Kompetenz im Bewerbungsprozess Vorrang.
Salärpolitik
Die CPH Group verfolgt eine faire und nachvollziehbare Salärpolitik, die sich an den lokalen und regionalen Gepflogenheiten orientiert. Diese Lohnpolitik zielt darauf ab, wettbewerbsfähige Löhne anzubieten, die Anforderungen, Leistung, Ergebnisse und Verhalten berücksichtigen. Sie honoriert überdurchschnittlichen Einsatz, z.B. mit Prämien, oder im Falle von Führungspositionen, mit einer variablen Lohnkomponente. Diese ist an das Erreichen von individuell festgelegten Leistungszielen sowie an das finanzielle Ergebnis der Gruppe bzw. des jeweiligen Geschäftsbereichs gekoppelt. An den Standorten in der Schweiz – und, wo sinnvoll, auch in den anderen Ländern – werden die Gehälter jährlich (bei den Mitgliedern der Gruppenleitung und den Geschäftsleitungen alle drei Jahre) überprüft, ob sie marktgerecht ausgestaltet sind. So soll sichergestellt werden, dass kein Mitarbeitender ein unangemessenes Salär zugesprochen erhält und Lohngleichheit gewährleistet ist.
Soziale Absicherung
Die CPH Group bietet ihren Mitarbeitenden Unterstützung bei Unfall, Krankheit, Mutterschafts- oder Vaterschaftsurlaub sowie Zugang zur Gesundheitsversorgung. Der Umfang der Leistungen richtet sich nach den lokalen Anforderungen und Gepflogenheiten an den jeweiligen Standorten. Dies gilt auch für die Personalvorsorgepläne. In der Schweiz sind die Mitarbeitenden in einer nach dem Beitragsprimat ausgestalteten Pensionskasse versichert. Deren Deckungsgrad betrug per Ende des Berichtsjahrs 124 % (Ende Vorjahr: 122 %). Grundsätzlich sind alle Mitarbeitenden, wo immer möglich, gemäss lokalen Vorgaben in der Vorsorge versichert. Seit dem Vorjahr verfügt die CPH Group zudem über eine betriebliche Sozialberatung.
Aus- und Weiterbildungen sowie Kompetenzentwicklung
Die Berufsausbildung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und der Wirtschaft mit qualifizierten Fachkräften zu erhalten und um von der Gewinnung neuer Mitarbeitender im Rahmen verstärkter Bemühungen zur Personalbeschaffung und Besetzung offener Stellen zu profitieren. Die CPH Group übernimmt mit dem Engagement in der beruflichen Grundbildung an ihren Standorten in der Schweiz und in Deutschland gesellschaftliche Verantwortung. Zeochem hat eine Partnerschaft mit der ETH Zürich für Studierende in der Schweiz geschlossen, während Perlen Packaging Praktika für angehende Ingenieure in Deutschland anbietet. Weitere Praktika oder die Unterstützung bei Bachelorarbeiten werden abhängig von den betrieblichen Möglichkeiten angeboten.
Im Berichtsjahr bot die CPH Group Lernenden eine Grundausbildung in den Berufen Anlagenführer, Automatiker, Chemielaboranten, Informatiker, kaufmännischer Angestellter, Logistiker, Polymechaniker sowie Produktions- und Verfahrensmechaniker an. Im Berichtsjahr schlossen 12 Lernende (Vorjahr: 8) ihre Ausbildung erfolgreich ab, von denen 5 im Berichtsjahr weiterbeschäftigt wurden.
Im Berichtsjahr beschäftigte Perlen Packaging am Standort Perlen insgesamt 9 erwachsene Lernende in der Produktion und der Logistik, die eine berufsbegleitende Nachholausbildung absolvieren (Vorjahr: 8). Diese wird mit einem sogenannten eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abgeschlossen. Voraussetzung dafür ist der erfolgreiche Abschluss des betriebsinternen Deutschkurses, der allen Mitarbeitenden offensteht. Nachdem die ersten vier erwachsenen Lernenden im Sommer des Vorjahrs ihre Lehre abgeschlossen hatten, folgten im Sommer des Berichtsjahrs zwei weitere erwachsene Lernende. Die Perlen Packaging hat den Bedarf an dieser Nachholausbildung für Erwachsene frühzeitig erkannt, da viele Mitarbeitende nur über begrenzte Deutschkenntnisse und über keine in der Schweiz anerkannte Ausbildung verfügen. Mit diesem Engagement in der Erwachsenenbildung kann der Bereich nicht nur dem Fachkräftemangel entgegenwirken, sondern auch zur Integration von Migrantinnen und Migranten in der Schweiz beitragen. Das Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Kanton Luzern (Schweiz) angeboten.
Bei Zeochem am Standort Kentucky (USA) konnten im Berichtsjahr zwei Lernende im Rahmen des Ausbildungsprogrammes «Kentucky Federation for Advanced Manufacturing Education» erfolgreich ausgebildet werden. Dieses kombiniert die technische Ausbildung an einer lokalen Berufsfachschule mit praktischer Erfahrung im Partnerbetrieb. Während 18 Monaten wechseln sich Unterricht und Arbeitseinsätze ab. Am Ende steht ein «Associate Degree in Industrial Maintenance» – stets verbunden mit dem Ziel, dass aus den Lernenden dauerhafte Teammitglieder werden.
Im Rahmen eines gezielten Kompetenzentwicklungsprogramms bietet die CPH Group ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit, an internen Schulungen und externen Weiterbildungsprogrammen teilzunehmen. Dazu gehören zum einen bedarfsorientierte Schulungen zu Sicherheitsthemen wie dem sorgfältigen Umgang mit Gabelstaplern oder individuell vereinbarten berufsbezogenen Kursen zu Themen wie Nachhaltigkeit. Zum anderen gibt es Schulungen wie beispielsweise zum Thema IT-Sicherheit, die jeder Mitarbeitende zu absolvieren hat. Um eine bedarfsgerechte Weiterbildung zu gewährleisten und die Mitarbeiterentwicklung zu fördern, nehmen alle Mitarbeitenden regelmässig an Leistungs- und Karrieregesprächen teil.
Jeder Mitarbeitende des Unternehmens nahm im Durchschnitt im Berichtsjahr während 1.9 Tagen (Vorjahr: 1.9 Tage) an internen Schulungen und externen Weiterbildungen teil. Insgesamt investierte die CPH Group im Berichtsjahr CHF 0.6 Mio. (Vorjahr: CHF 0.6 Mio.) in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden.
Führungskräfte spielen beim Erreichen der Unternehmensziele eine wichtige Rolle. Das Unternehmen unterstützt seine Führungskräfte bei ihren jeweiligen Karriereplänen. Die CPH Group strebt an, mindestens ein Drittel der vakanten Kaderpositionen mit internen Kandidatinnen und Kandidaten zu besetzen. Im Berichtsjahr waren es 37 %. Die Nachfolge aller Kaderpositionen wird von der gruppenweiten Personalleitung gesteuert und durch den Fachausschuss «Personal und Entschädigung» überwacht.
Seit 2022 betreibt das Unternehmen die CPH Academy zur Förderung von Führungskräften und Schlüsselpositionen. Gemeinsam mit zwei externen Anbietern von Seminaren und E-Learning-Tools werden deren Unternehmensentwicklungs-, Führungs-, Kommunikations-, Fach- und Selbstkompetenz gezielt weiterentwickelt. Im Berichtsjahr nahmen insgesamt 208 Mitarbeitende an solchen Seminaren und E-Kursen teil, im Vorjahr waren es 69 Teilnehmende. Der Anstieg ist insbesondere auf die Einführung von E-Learning-Tools an den ausländischen Standorten zurückzuführen.
Gesundheitsschutz und Sicherheit
Bei der CPH Group haben die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden höchste Priorität. Dementsprechend sollte die Anzahl betriebsbedingter Unfälle weiterhin möglichst tief gehalten werden. Deshalb fallen sämtliche Mitarbeitende des Unternehmens unter das Managementsystem für Gesundheit und Sicherheit. Jeder Standort verfügt über einen eigenen Sicherheitsbeauftragten, die Produktionsstandorte zusätzlich über ausgebildete Sanitätsmitarbeitende.
Stellen Mitarbeitende potenzielle oder tatsächliche Sicherheitsmängel im Produktionsprozess fest, melden sie diese entweder direkt ihrem Vorgesetzten oder reichen einen entsprechenden Verbesserungsvorschlag über den etablierten Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) ein. So werden die bestehenden Arbeitssicherheitsmassnahmen fortlaufend gepflegt und bei Bedarf angepasst.
Allenfalls eintretende betriebsbedingte Vorfälle werden jeweils systematisch analysiert, um zukünftige Unfälle zu verhindern. Ein Grossteil der betriebsbedingten Vorfälle im Berichtsjahr waren geringfügige Vorfälle wie Schnittwunden und Schürfungen. Das Unternehmen strebt an, in jedem Geschäftsjahr jegliche Unfälle zu vermeiden. Erkrankte Mitarbeitende werden im Rahmen der lokalen gesetzlichen Möglichkeiten begleitet.
Die Mitarbeitenden können zahlreiche Angebote zur Gesundheitsprävention nutzen. Dazu gehören beispielsweise kostenlose Grippeimpfungen. Einige Standorte unterstützen die persönliche Fitness ihrer Mitarbeitenden: Sie beteiligten sich an Fitnessabos oder machten mit am «Bike to Work»-Programm, welches die Mitarbeitenden dazu motiviert, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, oder unterstützen einen eigenen Freizeitfussballverein. Ausserdem organisierten sie gemeinsame Aktivitäten wie die Teilnahme an Volksläufen.
Da trotz aller getroffenen Schutzmassnahmen Zwischenfälle nicht ausgeschlossen werden können, wird geprüft, wie bestehende Risiken durch geeignete Massnahmen mitigiert und reduziert werden können. Im Berichtsjahr reduzierte Zeochem durch die Entwicklung einer alternativen Synthesemethode am Schweizer Standort Rüti potenzielle Sicherheitsrisiken für Mitarbeitende, falls sich bei der Handhabung von Chemikalien ein Unfall ereignet.
Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben
Der CPH Group ist ein ausgewogenes Berufs- und Privatleben ihrer Mitarbeitenden wichtig. Sie bietet, wo möglich, Teilzeitarbeit, Gleitzeit, Sabbaticals und Pensionsvorbereitungskurse an. Infolge von Mutter- oder Vaterschaftsurlaub waren im Berichtsjahr 0.5 % der Belegschaft abwesend (Vorjahr: 0.5 %).
Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung
Die CPH Group verfolgt eine marktgerecht ausgestaltete Salärpolitik und strebt «Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit» an. Dieser Grundsatz ist sowohl in der Schweizer Bundesverfassung als auch im Schweizer Gleichstellungsgesetz verankert. Die CPH Group hat die Lohngleichheit in den entsprechenden Betrieben von Perlen Packaging mit mehr als 100 Mitarbeitenden 2021 analysiert und von einem externen Revisor überprüfen lassen. Der Bereich lag bei der Lohngleichheit innerhalb der geforderten Toleranzwerte.
Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten
Wie bereits im Vorjahr hat die CPH Group auch im Berichtsjahr keine gemeldeten Fälle von Diskriminierung (einschliesslich Belästigung) oder schwerwiegenden Vorfällen im Zusammenhang mit Menschenrechten (wie Zwangsarbeit, Menschenhandel oder Kinderarbeit) festgestellt. Dementsprechend gab es keine daraus resultierenden Geldstrafen, Sanktionen oder Schadenersatzzahlungen.
8. Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Der Themenbereich Arbeitskräfte in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette wurde in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse als unwesentlich eingestuft. Es wurden keine wesentlichen positiven oder negativen Auswirkungen, Risiken oder Chancen in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette identifiziert.
Trotzdem hat die CPH Group die Ambition, ihr nachhaltiges Lieferantenmanagement kontinuierlich zu verbessern, und damit über die einschlägigen Vorschriften hinauszugehen. Bei den durchgeführten Lieferantenbeurteilungen wird auch berücksichtigt, ob Lieferanten wirtschaftlich von der CPH Group abhängig sind. Diesbezüglich wurden keine negativen Auswirkungen identifiziert.
Von jedem Geschäftspartner, mit dem die CPH Group eine Geschäftsbeziehung unterhält, wird ein gleiches ethisches Verhalten erwartet, wie von der CPH Group selbst. Um diesen Anspruch zu unterstützen, wurde der für beide Bereiche einheitliche Verhaltenskodex für Lieferanten im Berichtsjahr aktualisiert. In diesem werden auch soziale, umweltbezogene sowie die Menschenrechte betreffende Kriterien adressiert. Insgesamt konnte die CPH Group im Berichtsjahr 79 % ihrer Lieferanten zur Einhaltung des Verhaltenskodexes für Lieferanten oder eines gleichwertigen eigenen Verhaltenskodexes verpflichten (ohne im Berichts- und Vorjahr gekaufte Tochtergesellschaften). Das entspricht 89 % des Einkaufsvolumens im Berichtsjahr. Unter Einbezug der gekauften Tochtergesellschaften werden 81 % des Einkaufsvolumens im Berichtsjahr abgedeckt. Die Umsetzung des Verhaltenskodexes für Lieferanten erfolgt derzeit auch für die Lieferanten der neu gekauften Tochtergesellschaften. Für Zeochem und Perlen Packaging ist der geltende Verhaltenskodex für Lieferanten auf den Webseiten der Unternehmen öffentlich zugänglich (Zeochem: https://zeochem.com/downloads/; Perlen Packaging: https://www.perlenpackaging.com/de/download-service/download#c1478). Bei Verdachtsfällen können Meldungen über jederzeit zugängliche Kanäle an die CPH Group gerichtet werden (siehe https://cph.ch/de/contacts/).
9. Betroffene Gemeinschaften
Der Themenbereich Betroffene Gemeinschaften wurde in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse als unwesentlich eingestuft. Es wurden keine wesentlichen positiven oder negativen Auswirkungen, Risiken oder Chancen in Bezug auf betroffene Gemeinschaften in der Wertschöpfungskette identifiziert. Die CPH Group hat im Berichtsjahr keine negativen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Standortgemeinden festgestellt. Das Unternehmen unterhält keine Standorte in Regionen, die von indigenen Völkern bewohnt werden. Aufgrund einer für die CPH Group sehr geringen Bedeutung verzichtet die CPH Group diesbezüglich auf eine weiterführende Berichterstattung.
10. Verbraucher und Endnutzer
Der Themenbereich Verbraucher und Endnutzer wurde in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse als unwesentlich eingestuft. Es wurden keine wesentlichen positiven oder negativen Auswirkungen, Risiken oder Chancen in Bezug auf Verbraucher und Endnutzer in der Wertschöpfungskette identifiziert. Dazu trägt bei, dass die Kunden der CPH Group andere Unternehmen sind und die Produkte der CPH Group nicht direkt von Verbrauchern oder Endnutzern erworben werden können.
Dennoch ist es für die CPH Group wichtig, jederzeit die höchsten Standards in Bezug auf Produktqualität und -sicherheit einzuhalten. Eine Kombination aus nachhaltigen Geschäftspraktiken, ethischem Verhalten, Qualitätskontrollen und partnerschaftlicher Zusammenarbeit soll sicherstellen, dass die CPH Group positive Auswirkungen für Verbraucher und Endnutzer erzielen kann. Mittels Umfragen über verschiedene Kanäle (E-Mail, Telefon, Direktkontakt) wird die Kundenzufriedenheit jährlich überprüft. Die CPH Group verwendet Kennzahlen, um die Kundenzufriedenheit zu messen, quantitative Ziele festzulegen und die Kundenzufriedenheit kontinuierlich zu verbessern.
11. Governance
Die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane
Die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane in Bezug auf die Unternehmensführung und die Fachkenntnisse der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane in Bezug auf Aspekte der Unternehmensführung werden im Corporate-Governance-Kapitel dieses Geschäftsberichts beschrieben.
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
Unternehmenskultur und Strategien für die Unternehmensführung
Die langfristige Wertschöpfung der CPH Group beruht auf einer verantwortungsvollen Unternehmensführung, die die Interessen der Kunden, Mitarbeitenden, Aktionäre und der weiteren Interessengruppen einbezieht. Die CPH Group ist bestrebt, ethisches Geschäftsverhalten sicherzustellen und Nachhaltigkeitsthemen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv zu managen.
Bisher verfügten Zeochem und Perlen Packaging jeweils über einen eigenen Verhaltenskodex. Im Berichtsjahr hat die CPH Group einen einheitlichen Verhaltenskodex eingeführt, der weltweit für alle Mitarbeitenden der Unternehmen der CPH Group gilt. Dieser ist in deutscher und englischer Sprache öffentlich zugänglich (siehe https://cph.ch/de/investors/documentation/ (Rubrik «Statuten, Reglemente und Pflichtenhefte»)) und in allen zehn Landessprachen der Unternehmensstandorte der CPH Group verfügbar. Der Code of Conduct deckt ein breites Spektrum an Aspekten der Unternehmensethik und -kultur ab, wie beispielsweise Diskriminierung und Chancengleichheit, Sicherheit am Arbeitsplatz, Datenschutz, Menschenrechte, Korruption, Umgang mit Interessenkonflikten, Sponsoring und Spenden, fairer Wettbewerb und Schutz von Hinweisgebern. Zudem wurde im Berichtsjahr für die Mitarbeitenden ein Hinweisgebersystem eingeführt, damit Bedenken bei Bedarf auch anonym gemeldet werden können.
Verdachtsmomente können sowohl von internen als auch von externen Stakeholdern über jederzeit zugängliche Kanäle gemeldet werden (siehe https://cph.ch/de/contacts/).
Management der Beziehungen zu Lieferanten
Zeochem und Perlen Packaging pflegen traditionell enge, vertrauensvolle und oft langjährige Geschäftsbeziehungen zu ihren Lieferanten. Zeochem und Perlen Packaging sind daher mit den Anforderungen und Praktiken ihrer Lieferanten vertraut. Diese Geschäftsbeziehungen sind im entsprechenden, für beide Bereiche einheitlichen Verhaltenskodex für Lieferanten geregelt. Zeochem und Perlen Packaging führen zudem regelmässig Audits bei ihren Lieferanten durch.
Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung
Das Risikomanagement der CPH Group wird im Corporate-Governance-Bericht dieses Geschäftsberichts detailliert beschrieben, einschliesslich der wesentlichen Risiken. Die Risiken werden aus Sicht der CPH Group unter Berücksichtigung der möglichen Auswirkungen auf das Geschäft betrachtet und bewertet. Die Risikoidentifizierung und die damit verbundene Planung von Massnahmen erfolgen in einem zweistufigen Prozess in den Geschäftsbereichen und aggregiert auf Gruppenebene. Unter anderem sind auch die Themenbereiche Korruption und Bestechung Bestandteil des Risikomanagements. In diesem Zusammenhang sind keine wesentlichen Risiken erkennbar, die sofortige Massnahmen zur Risikominderung erfordern. Das Risikoinventar wird im Rahmen des Risikomanagementprozesses laufend aktualisiert.
Im Berichtsjahr wurden insbesondere keine Verstösse gegen das Wettbewerbsrecht oder Fälle von Korruption im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit festgestellt. Aufgrund der überschaubaren Merkmale der Geschäftsbereiche und der engen Steuerung stuft die CPH Group unter anderem das Korruptionsrisiko als gering ein. Dementsprechend sieht das Unternehmen keinen weiteren Handlungsbedarf.
IT-Sicherheit
Die CPH Group verfolgt eine umfassende IT-Sicherheitsstrategie, die sich an den Grundsätzen des CISO-Frameworks orientiert. Zu den zentralen Sicherheitsmassnahmen zählen regelmässige Sicherheitsschulungen, externe Penetrationstests, ein Fokus auf die Netzwerk- und Endgerätesicherheit sowie angemessene Backup- und Wiederherstellungskonzepte. Die IT-Infrastruktur der CPH Group wurde nach der Ausgliederung des Bereichs Papier neu aufgesetzt, nachdem in der Vergangenheit die IT-Infrastruktur des Bereichs Papier mitgenutzt wurde.
Steuerpolitik
Die Steuerpolitik der CPH Group ist Bestandteil einer verantwortungsvollen Corporate Governance und wird regelmässig überprüft. Die CPH Group strebt an, ihre steuerlichen Verpflichtungen vollständig, korrekt und fristgerecht zu erfüllen und alle geltenden steuerlichen Gesetze und Vorschriften einzuhalten.
Kennzahlen und Ziele
Politische Einflussnahme und Lobbytätigkeiten
Die CPH Group ist Mitglied in verschiedenen Netzwerken und Wirtschaftsverbänden, darunter die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ). Die CPH Group hat im Berichtsjahr punktuell politische Zuwendungen getätigt. Diese erfolgten in Form von finanzieller Unterstützung oder Sachleistungen, die direkt an politische Parteien, deren gewählte Vertreter oder Personen, die ein politisches Amt anstreben, gingen. Insgesamt werden sowohl der Umfang der politischen Einflussnahme als auch Lobbytätigkeiten als nicht wesentlich angesehen.
Zahlungspraktiken
Die CPH Group hält sich an die mit ihren Lieferanten und Dienstleistern vertraglich vereinbarten oder gesetzlich vorgesehenen Zahlungsfristen. Sowohl per Ende des Vorjahrs als auch per Ende des Berichtsjahrs waren keine Gerichtsverfahren wegen Zahlungsverzug der Gesellschaften der CPH Group hängig.