Lagebericht

Strategische Weichenstellungen in forderndem Umfeld

Alois Waldburg-Zeil (links), Peter Schaub

Nettoumsatz in CHF Mio.1
334
(Vorjahr 323)
EBITDA in CHF Mio.1
50
(Vorjahr 54)
EBIT in CHF Mio.1
33
(Vorjahr 39)
Investitionen in CHF Mio.1
21
(Vorjahr 20)

1 weitergeführte Bereiche Zeochem und Perlen Packaging

Geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren

In einem herausfordernden Marktumfeld verzeichnete die CPH Group im Berichtsjahr eine leichte Abschwächung der Geschäftsentwicklung. Dennoch konnte sie ihre globale Expansionsstrategie mit der Akquisition von zwei Unternehmen erfolgreich fortsetzen, das Produktangebot beider Geschäftsbereiche erweitern und ihre Marktposition stärken.

Verhaltene Entwicklung der Weltwirtschaft und marktspezifische Herausforderungen

Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und daraus resultierende Zölle verunsicherten die Weltwirtschaft und trugen zur Abkühlung der Konjunktur bei. Das globale Wirtschaftswachstum betrug im Berichtsjahr gemäss dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wie im Vorjahr 3.2 %, wobei die Bestell- und Investitionsfreudigkeit bei zahlreichen Unternehmen zurückging. In diesem herausfordernden Umfeld war die CPH Group zusätzlich durch den starken Schweizer Franken, den schwachen US-Dollar sowie Überkapazitäten im pharmazeutischen Blisterverpackungsmarkt gefordert. Vor diesem Hintergrund verzeichnete das Unternehmen insbesondere im zweiten Halbjahr des Berichtsjahrs eine vorübergehende Abschwächung der Geschäftsentwicklung. Eine leicht erhöhte Kostenbasis nach der Ausgliederung des Bereichs Papier und tendenziell rückläufige Verkaufspreise wirkten sich ebenfalls auf das Jahresergebnis aus.

Expansionsstrategie erfolgreich fortgesetzt

Im Berichtsjahr konnte die CPH Group allerdings auch bedeutende strategische Weichenstellungen vornehmen: Im Februar des Berichtsjahrs übernahm sie LOG Pharma mit Produktionsstätten in Israel und Ungarn. Damit ergänzt die CPH Group die Produktpalette von Perlen Packaging um Fläschchen und Behälter, also um komplementäre Primärverpackungen von Medikamenten. Auch Zeochem verzeichnete eine Erweiterung des Produktportfolios: Im Juli des Berichtsjahrs akquirierte die CPH Group die kanadische SiliCycle, eine Produzentin von hochwertigen Chromatographie-Gelen. Mit diesen beiden Akquisitionen konnte die CPH Group die führenden Marktpositionen von Zeochem und Perlen Packaging in Wachstumsregionen weiter ausbauen und die Wettbewerbsfähigkeit der beiden Geschäftsbereiche stärken. Operativ wichtige Initiativen im Berichtsjahr waren auch die weitere Entwicklung der Aktivitäten im indischen Chemie- und Pharmamarkt nach der Akquisition von Sorbchem India im Vorjahr, dazu gehörte unter anderem die Stärkung der lokalen Vertriebsorganisationen.

Akquisitionen stärken CPH Group

Die CPH Group übernahm innerhalb von zwei Jahren drei Unternehmen auf drei Kontinenten – ein Beleg für die konsequente Umsetzung der globalen Expansionsstrategie und für die Fähigkeit, geeignete Übernahmekandidaten zu identifizieren sowie zu integrieren. Die strategische Motivation für die Akquisitionsaktivitäten ist stets, das Potenzial der neuen Gesellschaften im Bereich Technologie und Produkte auszuschöpfen und den Wert und die Zukunftsfähigkeit der CPH Group insgesamt zu steigern.

in CHF 1 000

2025

20241

Nettoumsatz

334 062

323 253

Andere betriebliche Erträge

3 204

3 830

Bestandesänderungen

‑ 16

506

Gesamtleistung

337 250

327 589

Materialaufwand

‑ 161 194

‑ 166 915

Energieaufwand

‑ 13 347

‑ 11 295

Personalaufwand

‑ 79 517

‑ 67 314

Andere betriebliche Aufwendungen

‑ 32 925

‑ 28 282

Betriebsergebnis vor Zinsen, Ertragssteuern und Abschreibungen (EBITDA)

50 267

53 783

Abschreibungen auf Sachanlagen

‑ 15 231

‑ 12 637

Abschreibungen auf immateriellen Anlagen

‑ 2 271

‑ 1 986

Betriebsergebnis (EBIT)

32 765

39 160

Finanzergebnis

‑ 2 784

347

Ordentliches Ergebnis

29 981

39 507

Betriebsfremdes Ergebnis

‑ 116

2 062

Ergebnis vor Ertragssteuern

29 865

41 569

Ertragssteuern

‑ 6 441

‑ 7 137

Nettoergebnis

23 424

34 432

1 weitergeführte Bereiche

Akquisitionsbedingte Umsatzsteigerung

Im Berichtsjahr erwirtschaftete die CPH Group einen um 3.3 % höheren Umsatz von CHF 334 Mio. (Vorjahr: CHF 323 Mio.). Die Akquisitionen trugen mit 8.1% zum Umsatz bei, während der starke Schweizer Franken einen reduzierenden Effekt von 3.8 % hatte. Währungs- und akquisitionsbereinigt ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1.0 % zurück, was unter anderem auf zusätzliche Produktionskapazitäten im Blisterverpackungsmarkt zurückzuführen ist, die in einem Volumen- und Preisdruck resultierten. Obwohl im Bereich Zeochem insbesondere dank der positiven Entwicklung des Geschäfts mit deuterierten Verbindungen und Chromatographie-Gelen erneut ein EBITDA-Höchststand erzielt werden konnte, ging das EBITDA auf Gruppenstufe um 6.5 % auf CHF 50.3 Mio. zurück. Die EBITDA-Marge beläuft sich auf 15.0 % und liegt somit unterhalb des mittelfristigen Zielkorridors von 16 bis 18 %. Das tiefere EBITDA kombiniert mit akquisitionsbedingt höheren Abschreibungen ergaben ein um CHF 6.4 Mio. bzw. 16.3 % tieferes EBIT von CHF 32.8 Mio. (Vorjahr: CHF 39.2 Mio.). Auf Stufe Nettoergebnis kamen im Vergleich zum Vorjahr der Wegfall einmaliger Finanz- und betriebsfremder Erträge sowie akquisitionsbedingt höhere Finanzaufwendungen zum Tragen: Die CPH Group weist mit CHF 23.4 Mio. ein um 32.4 % unter dem Vorjahresniveau (CHF 34.4 Mio.) liegendes Nettoergebnis aus.

Gezielte Investitionen bei solider Finanzierung

Die CPH Group investierte im Berichtsjahr CHF 21.2 Mio. in Kapazitäts- und Effizienzsteigerungen sowie in Produktentwicklungen (Vorjahr: CHF 20.0 Mio.). Das entspricht 6.3 % des Umsatzes. Die Investitionen gliedern sich wie folgt: 42 % für Kapazitäts- und 33 % für Effizienzsteigerungen, 15 % für Ersatzinvestitionen und 10 % für Produktentwicklungen, Umwelt oder Sicherheit. Der Anteil der Investitionen ausserhalb Europas betrug 38 %. Der Free Cashflow vor Akquisitionen reduzierte sich von CHF 34.9 Mio. auf CHF 16.4 Mio. (-53.0 %). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf eine Erhöhung des Nettoumlaufvermögens um CHF 8.4 Mio. zurückzuführen, nachdem im Vorjahr stichtagsbedingt eine Abnahme um CHF 10.4 Mio. zu verzeichnen war. Die Finanzierung der Akquisitionen von SiliCycle und LOG Pharma erfolgte aus dem Free Cashflow sowie aus einer Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten. Entsprechend ergab sich per Ende des Berichtsjahrs eine Nettoverschuldung von CHF 26.2 Mio., was einem tiefen Verschuldungsfaktor von 0.5× (Nettoverschuldung/EBITDA) entspricht. Damit und mit einer Eigenkapitalquote von 55 % (Vorjahr: 63 %) ist die CPH Group weiterhin solide finanziert. Der Personalbestand stieg infolge der Akquisitionen von 959 auf 1 244 Mitarbeitende, woraus sich ein Anstieg des Personalaufwands um CHF 12.2 Mio. auf CHF 79.5 Mio. ergab (+18.1 %). Der für die CPH Group wichtige Eurokurs bewegte sich im Jahresverlauf seitwärts und lag per Ende des Berichtsjahrs bei CHF 0.9300, während sich der US-Dollar von CHF 0.9060 auf CHF 0.7920 abschwächte. Die CPH Group erwirtschaftete im Berichtsjahr 48 % des Umsatzes in Euro und 35 % in US-Dollar, während die Kosten zu 41 % in Euro, zu 18 % in US-Dollar und zu 18 % in Schweizer Franken anfielen.

EBITDA-Marge über 20 % bei Zeochem

Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen verlief das Geschäftsjahr für Zeochem positiv. Asien, insbesondere China und Indien, wiesen eine starke Dynamik auf, während sich der mehrheitlich projektgetriebene europäische und amerikanische Markt etwas verhaltener entwickelten. Das Marktumfeld für Anwendungen von deuterierten Verbindungen und Chromatographie-Gelen blieb intakt. Insgesamt konnte mit deuterierten Verbindungen über die letzten fünf Jahre ein profitables jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich 21 % erreicht werden. Beim Geschäft mit Molekularsieben führte die Zurückhaltung zahlreicher Kunden und die Verschiebung von Projekten aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten zu einer gedämpften Nachfrage und einem entsprechenden Druck auf die Preise. Während das Geschäft mit hochwertigen Molekularsieben zur Erdgasreinigung dennoch einen Wachstumstrend aufwies, war die Absatzentwicklung bei Molekularsieben für Industriegase rückläufig. Zusätzlich kam es bei lithiumbasierten Produkten für die Aufkonzentration von industriellem und medizinischem Sauerstoff zu einem preisgetriebenen Umsatzrückgang, da die im Berichtsjahr weiter gesunkenen Lithiumkosten an die Kunden weitergegeben wurden. Bei den deuterierten Lösungsmitteln für den Einsatz in OLED-Displays und in pharmazeutischen Anwendungen konnte der Geschäftsbereich den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erneut steigern. Die Übernahme von Sorbchem India im Vorjahr und der SiliCycle im Berichtsjahr führten beim Geschäft mit Chromatographie-Gelen zu einer klaren Stärkung der Marktposition und zu einem deutlichen Umsatzwachstum.

Insgesamt ging der Umsatz von Zeochem im Berichtsjahr um 2.2 % auf CHF 115 Mio. zurück. Währungs- und akquisitionsbereinigt blieb der Umsatz stabil (0.0 %). Das EBITDA stieg um 4.5 % auf CHF 23.9 Mio., was einen neuen Höchststand darstellt. Die EBITDA-Marge stieg auf 20.8 % (Vorjahr: 19.5 %). Das EBIT beträgt CHF 15.1 Mio. (Vorjahr: CHF 14.9 Mio.); die EBIT-Marge 13.2 % (Vorjahr: 12.7 %).

Die Produktionsanlagen in der Schweiz, in China und in Indien waren im Berichtsjahr gut ausgelastet. Zeochem investierte CHF 7.9 Mio., im Wesentlichen in Kapazitätserweiterungen, Effizienzverbesserungen und in Ersatzinvestitionen. Per Ende des Berichtsjahrs beschäftigte Zeochem 452 Mitarbeitende (Vorjahr: 406). Die Zunahme ist insbesondere auf die Integration der neuen Mitarbeitenden der SiliCycle zurückzuführen.

Weichenstellung bei Perlen Packaging mit Akquisition von LOG Pharma

Mit der Anfang des Berichtsjahrs vollzogenen Übernahme von LOG Pharma erweiterte Perlen Packaging ihr Angebot an pharmazeutischen Primärverpackungen von Medikamenten um Fläschchen und Behälter. Die strategische Akquisition stärkte Perlen Packaging in einem von Handelszöllen sowie Preis- und Margendruck geprägten Marktumfeld, das auch kostenseitig ein gemischtes Bild abgab: Die Energiekosten sowie die Transportkosten an Land stiegen, die Rohmaterialpreise gingen dank guter Verfügbarkeit tendenziell zurück. Insgesamt erhöhte sich der weltweite Blisterabsatz von Perlen Packaging im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr, wobei sich eine Verschiebung im Verkaufsmix hin zu Monoblistern ergab. Der Auftragseingang lag über das ganze Geschäftsjahr betrachtet im Vergleich zum Vorjahr wieder höher, was den Abbau der während der Pandemie aufgebauten Sicherheitsbestände bei Kunden widerspiegelt. Die Geschäftsentwicklung von LOG Pharma im Speziellen entsprach im Berichtsjahr aufgrund kundenseitiger Auftragsanpassungen hingegen noch nicht durchgehend den internen Erwartungen.

Der Umsatz von Perlen Packaging nahm um 6.5 % auf CHF 219 Mio. zu (Vorjahr: CHF 206 Mio.). Währungs- und akquisitionsbereinigt sank der Umsatz um 1.5 %. Das EBITDA ging um 22.2 % auf CHF 25.9 Mio. zurück (Vorjahr: CHF 33.3 Mio.), was neben der oben erwähnten Verschiebung im Verkaufsmix auch auf zusätzliche Produktionskapazitäten im Markt zurückzuführen ist. Eine nach der Ausgliederung des Papierbereichs leicht gestiegene Kostenbasis belastete zudem das Ergebnis auf Stufe EBITDA. Entsprechend fiel die EBITDA-Marge mit 11.8 % deutlich tiefer aus als im Vorjahr (Vorjahr: 16.1 %). Das EBIT erreichte CHF 17.1 Mio. und lag damit infolge des tieferen EBITDA und von akquisitionsbedingt höheren Abschreibungen um 35.7 % unter dem Vorjahr (Vorjahr: CHF 26.6 Mio.).

Entsprechend wurden im Geschäftsbereich Perlen Packaging Kostenreduktionen eingeleitet. Investitionen im Umfang von CHF 13.3 Mio. in Kapazitätserweiterungen, in Rationalisierungen und in die Produktentwicklung trugen zudem zur Sicherung der Ertragskraft bei. Wichtige Prozessoptimierungen waren auch die Inbetriebnahme neuer vollautomatischer Verpackungsanlagen in der Schweiz und Brasilien sowie einer neuen Schneid- und automatischen Verpackungsanlage in den USA. Der Personalbestand nahm von 546 auf 784 Mitarbeitende zu, hauptsächlich aufgrund der Integration der Mitarbeitenden von LOG Pharma.

Unveränderte Dividende von CHF 2.00 pro Aktie beantragt

Der Verwaltungsrat der CPH Group beantragt der Generalversammlung vom 17. März 2026 für das Berichtsjahr trotz des Ergebnisrückgangs eine unveränderte Ausschüttung von CHF 2.00 pro Aktie, was am oberen Rand der kommunizierten Dividendenpolitik von 25 bis 50% des Nettoergebnisses liegt. Der Antrag widerspiegelt die Zuversicht der Gesellschaft, dass das erweiterte Portfolio sowie die verstärkte Präsenz in den Nischenmärkten Wachstum bei attraktiven Margen ermöglichen wird.

Fortschritte bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie

Die CPH Group ist überzeugt, dass eine nachhaltige Geschäftstätigkeit die Grundlage für die langfristige Wertschöpfung des Unternehmens bildet. In ihrer im Vorjahr weiterentwickelten Nachhaltigkeitsstrategie legt sie den Schwerpunkt auf das Thema Klimaschutz und bekennt sich zur Dekarbonisierung ihrer Produktion sowie zur Reduktion der Emissionen entlang der Wertschöpfungskette auf Netto-Null – bei Sicherstellung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit. Die relevanten Kennzahlen und Angaben zum Thema Nachhaltigkeit sowie Ausführungen zu den erzielten Fortschritten werden im diesjährigen, in Anlehnung an die europäischen Nachhaltigkeitsstandards verfassten Nachhaltigkeitsbericht der CPH Group offengelegt.

Ausblick 2026

Wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten wirken sich nach wie vor auf das Verhalten der Kunden aus. Das Umfeld der CPH Group bleibt anspruchsvoll, wobei die langfristigen Megatrends Gesundheit & Demografie sowie Energie intakte Wachstumstreiber darstellen, deren Potenzial die global präsente und in ihren Marktsegmenten stark positionierte CPH Group ausschöpfen kann. Die CPH Group rechnet deshalb mit einer positiven Nachfrage- und Umsatzentwicklung. Sowohl das EBITDA und EBIT als auch das Nettoergebnis auf Gruppenstufe sollten das Ergebnis des Berichtsjahrs übertreffen. Beide Bereiche rechnen für das Jahr 2026 mit einem höheren Umsatz und mit einem höheren EBITDA als im Vorjahr.

Herzlichen Dank

Im Berichtsjahr haben unsere Mitarbeitenden erneut einen ausserordentlichen Einsatz geleistet. Dafür bedanken wir uns herzlich. Ein besonderer Dank gebührt auch unseren Kunden und Geschäftspartnern für die langjährige Zusammenarbeit und die guten Geschäftsbeziehungen, die wir mit ihnen pflegen dürfen. Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, gilt ein grosses Dankeschön für das anhaltende Vertrauen und die Treue zu unserem Unternehmen.

Peter Schaub

Präsident des Verwaltungsrates

Alois Waldburg-Zeil

Vorsitzender der Gruppenleitung